Es gibt Momente, die man einfach nicht vergisst. Wenn man an Bord einer zweimotorigen Cessna sitzt, hoch oben in den Lüften, und die Wolken unter einem vorbeiziehen – das ist pure Faszination! Franziska Aemisegger, Klimaforscherin an der Universität Bern, hat genau diese Erfahrung gemacht. Sie war Teil der internationalen Messkampagne NAWDIC, die von Januar bis März stattfand. Und ja, das klingt nach einem Abenteuer, das auch in einem Buch von Antoine Saint-Exupéry stehen könnte. Mit insgesamt 18 Flügen, jeder etwa drei Stunden lang, hat sie die Geheimnisse der Winterstürme über dem Nordatlantik erforscht. Ein großartiger Job, oder?

Das Team hinter NAWDIC setzt sich aus 51 Institutionen aus 13 Ländern zusammen – eine beeindruckende Sammlung von klugen Köpfen! Darunter befinden sich drei Schweizer Institutionen: die ETH Zürich, Meteo Schweiz und eben die Universität Bern. Das Hauptziel dieser Kampagne? Das Verständnis für die Entstehung von Winterstürmen zu verbessern. Ein zentrales Element dabei ist das Laserspektrometer, das Aemisegger zur Messung von Wasserisotopen, insbesondere Deuterium, verwendet hat. Das ist kein Zufall – Deuterium ist ein wichtiger Indikator für die Niederschlagsproduktion von Wolken, und damit wird die Grundlage für unsere Wettervorhersagen gelegt.

Die Tropopause und ihre Geheimnisse

Doch was hat es mit der Tropopausenstruktur auf sich? Sie spielt eine entscheidende Rolle für die großräumige Zirkulation der Atmosphäre und hängt eng mit der Stärke des Jetstreams zusammen. Spannend, oder? Diese Struktur wirkt wie ein Wellenleiter für Rossby-Wellen und beeinflusst die Bildung von Extremwetterereignissen. Zwei wichtige Erkenntnisse aus der vorhergehenden Kampagne NAWDEX haben gezeigt, dass unbeobachtete mesoskalige Störungen in der Nähe der Tropopause die Windgeschwindigkeiten des Jetstreams erhöhen können. Das klingt nach einem Puzzle, das es zu lösen gilt!

Die Tropopause hat auch Einfluss auf die Bildung von extremen Wetterereignissen. Störungen, die aus höheren Schichten kommen, können bei ihrem Absinken in tiefere Schichten direkt auf die großräumige Strömung wirken. Und die sogenannten Dry Intrusions? Diese Luftströme verbinden die Luft nahe der Tropopause mit Wetterphänomenen am Boden. Sie sind dafür verantwortlich, dass Luftmassen schräg zur Kaltfront der Zyklone absinken und somit extremen Niederschlag begünstigen. Man fragt sich schon, was für spannende Daten Aemisegger und ihr Team da sammeln werden! Die Auswertung ihrer gesammelten Daten könnte mehrere Jahre in Anspruch nehmen – Geduld ist eine Tugend.

Wetterextreme im Kontext des Klimawandels

Einer der wichtigsten Aspekte der Klimaforschung ist das Verständnis von extremen Wetterereignissen und wie sie sich durch den Klimawandel verändern. Das ist das Ziel der zweiten Phase von ClimXtreme. Hier wird analysiert, wie oft und in welcher Intensität Extremwetterereignisse auftreten. Besonders spannend ist dabei der Fokus auf Hitzewellen, Starkniederschläge und Windstürme. Es ist, als würde man die Wettergeschichte eines ganzen Kontinents entschlüsseln.

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Zusätzlich wird ein interdisziplinäres Teilprojekt zur Kommunikation dieser Erkenntnisse eingerichtet – ClimXchange. Die Idee ist, das gesammelte Wissen zugänglich zu machen und es so für die Entscheidungsprozesse der Interessensgruppen nutzbar zu machen. Das ist entscheidend, wenn man bedenkt, wie sehr menschliche Aktivitäten das Klima beeinflussen können. Es wird sogar eine „Post-Event-Assessment Group“ gegründet. Diese Gruppe wird während der Programmlaufzeit Extremereignisse analysieren und ihre Ergebnisse zeitnah veröffentlichen. Ein echter Wissensschatz!

Franziska Aemisegger, die 1985 in Zürich geboren wurde und in Lausanne aufwuchs, beschreibt ihre Arbeit als einen Weg, ein neues Verständnis für atmosphärische Prozesse zu schaffen. Ihre frühe Faszination für die Fliegerei und der Drang, Brücken zwischen verschiedenen Disziplinen und Kulturen zu bauen, treiben sie an. Mit ihrer Forschungsgruppe Cloud Dynamics an der Universität Bern wird sie sicherlich noch viele weitere Geheimnisse des Himmels lüften. Wer weiß, vielleicht wird sie eines Tages das Wetter so präzise vorhersagen können, dass wir sogar in der Küche besser planen können!