Mit einem feierlichen Akt wurde das Liebig Centre an der Justus-Liebig-Universität in Gießen eröffnet. Was für ein Moment! Bereits am Eröffnungstag konnten die Wissenschaftler auf Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit verweisen. Hier wird nicht nur geforscht, sondern auch visionär nach vorne geschaut. Pflanzenökologen untersuchen, wie sich Pflanzen unter den zukünftigen Umweltbedingungen entwickeln werden. Das klingt wichtig, oder? Und das ist es auch! Außerdem arbeiten Insektenbiotechnologen daran, Verfahren gegen asiatische Obstbaumschädlinge zu entwickeln. Ein echter Fortschritt, wenn man bedenkt, wie sehr Schädlinge die Ernten gefährden können.
Das Liebig Centre hat eine lange Geschichte; es baut auf fast drei Jahrzehnten Forschung auf. Seit 1998 betreibt die Universität in Linden eine einzigartige Forschungsanlage im Freien, deren Boden seit Jahrzehnten von der Landwirtschaft unangetastet geblieben ist. Diese unberührte Erde ist der ideale Ort, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft und Forstwirtschaft zu studieren. Nutzpflanzen werden dabei Kohlendioxid-Mengen ausgesetzt, die für das Jahr 2050 prognostiziert werden. Kohlendioxid kann zwar die Photosynthese fördern, hat aber auch seine Grenzen und kann negative Auswirkungen auf die Bodenmikroben haben. Genau hier setzt das Liebig Centre an – es strebt danach, dem vom Menschen verursachten Treibhauseffekt entgegenzuwirken.
Internationale Ausrichtung und Zusammenarbeit
Ein weiteres Ziel des Liebig Centres ist die internationale Ausrichtung der Forschung. Mit Partnerhochschulen in Wien, Dublin, Geisenheim, China und Indonesien wird deutlich, wie wichtig internationale Zusammenarbeit im Angesicht des Klimawandels ist. Denn der Klimawandel macht vor Landesgrenzen nicht halt. Die Forschung soll nicht nur das Verständnis für Luft- und Bodenprozesse erhöhen, sondern auch Lösungen aufzeigen, die sowohl lokal als auch global anwendbar sind. Wissenschaftler arbeiten im Geiste von Justus von Liebig, der im 19. Jahrhundert zur Ertragssteigerung in der Landwirtschaft beigetragen hat. Ein Stück Geschichte, das hier lebendig wird!
Besonders spannend ist die virtuelle Plattform des Liebig Centres, die Forscher aus der ganzen Welt vernetzt. Das Zentrum wurde in Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) der Vereinten Nationen gegründet, was die Bedeutung der Forschung für die Ernährungssicherheit und Landwirtschaft unterstreicht. Es ist die erste Hochschule in Deutschland, die ein solches Zentrum eröffnet hat. Langzeit-Feldversuche zur Erforschung der Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels laufen bereits seit den 1990er Jahren. CO2 wird durch große Rohre in das Grünland gepumpt, um die Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum und die Ökosysteme zu testen. Hierbei werden sogar 20% höhere CO2-Konzentrationen simuliert, die laut Prognosen 2050 erreicht werden könnten.
Die Erkenntnisse sind vielschichtig: Während das Pflanzenwachstum ansteigt, leidet die Futterqualität darunter. Auch Veränderungen im Boden sind zu beobachten; Mikroben, die Treibhausgase abgeben, werden aktiviert. Die Forschung am Liebig Centre hat also das Potenzial, weitreichende Lösungen für die Landwirtschaft zu bieten, insbesondere in Entwicklungsländern wie Burkina Faso. Das ist ein Ansatz, der nicht nur sinnvoll, sondern auch dringend notwendig ist.
Die experimentelle Forschung in Gießen ist zwar mit hohen Kosten verbunden, aber das Zentrum soll die Sichtbarkeit und Finanzierung erhöhen. Eine Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen, wie dem Institut für Insektenbiotechnologie und der Hochschule Geisenheim, sowie internationalen Forschungseinrichtungen in Irland, Bangladesch und Indonesien, wird angestrebt. Auch das Liebig-Museum in Gießen, das das ursprüngliche Labor von Justus Liebig beherbergt, ist Partner des Zentrums. Staatssekretär Daniel Köfer hat die Bedeutung der Forschung für eine zukunftssichere Landwirtschaft betont. Und das ist auch gut so – denn wie wir alle wissen, ist die Zeit für nachhaltige Lösungen jetzt!