Heute ist der 20.05.2026 und während wir inmitten der Klimaforschung stecken, zeigt sich ein spannendes Bild. Das Klimaszenario RCP8.5, das lange Zeit als „Business-as-usual“-Pfad galt, ist laut aktuellem Forschungsstand als „sehr unwahrscheinlich“ eingestuft worden. Ja, das klingt fast wie ein kleiner Lichtblick in der düsteren Welt des Klimawandels. Stattdessen stehen günstigere erneuerbare Energien, eine erfolgreiche Klimapolitik und der globale Ausbau von Solar- und Windenergie im Vordergrund. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat betont, dass die CO₂-Emissionen nicht mehr so stark ansteigen, wie es im RCP8.5-Szenario angenommen wurde. Das ist doch schon mal eine positive Nachricht, oder?

Detlef van Vuuren, ein Klimawissenschaftler, hat ein neues Szenario-Framework für das Coupled Model Intercomparison Project (CMIP7) vorgestellt, das die geringere Wahrscheinlichkeit von RCP8.5 unterstützt. Dabei muss man sich vor Augen halten: RCP steht für „Representative Concentration Pathway“ und beschreibt Projektionen, nicht Prognosen oder Beschlüsse. Das RCP8.5 wurde als Worst-Case-Szenario konzipiert, um die Folgen hoher Emissionen zu untersuchen. Trotz der düsteren Prognosen ist das mittlere Szenario optimistischer und führt zu einer Erwärmung von rund 2,8 Grad Celsius bis 2100.

Die Wende in der Klimaforschung

Frühzeitige Investitionen in erneuerbare Energien haben zu einer bemerkenswerten S-Kurve der Marktkräfte geführt. Zudem stehen für einen Paris-konformen Pfad bis 2030 jährlich 4,8 Billionen US-Dollar und bis 2035 7,7 Billionen US-Dollar an Investitionen auf dem Plan. Das klingt nach einer riesigen Summe, und das ist es auch! Aber ab einer Erwärmung von 2 Grad wird ein erheblicher Teil der Landfläche unbewohnbar. Stellt euch mal vor, was das für massive Migrationsbewegungen zur Folge haben könnte. Einige Medien interpretieren die geringere Wahrscheinlichkeit von RCP8.5 als Entwarnung und fordern sogar die Abschaffung von Klimazielen. Das ist ein gefährlicher Trugschluss.

Professor Niklas Höhne kritisiert solche Interpretationen scharf. Er bezeichnet sie als Ablenkungsstrategie von Klimaleugnern. Die ökologische Transformation wird als industriepolitisches Fundament für Wohlstand in einer elektrifizierten Welt betrachtet. Europa sollte sich auf die Entwicklung erneuerbarer Energien konzentrieren, statt auf rechte Entwarnungspropaganda hereinzufallen. Der Erfolg der Klimapolitik erfordert mehr Investitionen und Ambitionen, nicht weniger. Das ist ein Aufruf, den wir alle ernst nehmen sollten.

Neues Szenario-Rahmenwerk und die Zukunft

Inzwischen gibt es neue Klimaszenarien, die die extremsten Szenarien wie RCP8.5 eliminiert haben. Das internationale Gremium, das Klimamodelle entwickelt, hat diese neuen Szenarien veröffentlicht. Die hohen Emissionsszenarien des CMIP6 sind aufgrund der Entwicklung der Kosten für erneuerbare Energien und der Klimapolitik nicht mehr plausibel. Das neue HIGH-Szenario erreicht bis 2100 71 Gt CO₂/Jahr, was immer noch unter dem Wert von SSP5-8.5 (128 Gt) liegt. Um das mal zu verdeutlichen: Die kumulativen Emissionen bis 2100 im neuen HIGH-Szenario sind um etwa 9 % niedriger als bei SSP3-7.0. Eine echte Wende!

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Die prognostizierten Temperaturen für 2080–2100 sind im Vergleich zu früheren Szenarien gesunken. Das neue HIGH-Szenario ist 0,9 °C kühler als SSP5-8.5 und 1,4 °C kühler als die Prognosen des IPCC AR6. Da gibt es jedoch auch gewisse Diskussionen über die Annahmen zur Bevölkerung im neuen HIGH-Szenario, die die Plausibilität des Szenarios beeinträchtigen könnten. Das MEDIUM-Szenario wird als „Szenario der politischen Stagnation“ beschrieben und weicht von anderen Prognosen ab. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politischen Strategien und Vorschriften in den kommenden Jahren entwickeln werden.

Die Abkehr von unrealistischen Szenarien muss sich in der politischen Infrastruktur durchsetzen. Nutzer von Klimamodellen müssen nun entscheiden, ob sie sich an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse anpassen oder weiterhin veraltete Szenarien verwenden. Eine Entscheidung, die nicht nur für die Forschung, sondern auch für unsere Zukunft von enormer Bedeutung ist.