Gesundheit im Klimawandel: Wenn Lebensjahre zur Last werden
Heute ist der 25.07.2026 und wir müssen über etwas sprechen, das uns alle betrifft: den Klimawandel. Ja, ich weiß, das Thema ist nicht neu, aber die Auswirkungen werden immer drängender. Am 9. April 2024 entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), dass die Schweiz in der Pflicht ist, die Menschenrechte zu schützen, indem sie aktiver gegen die Klimaerwärmung vorgeht. Ein Urteil, das wie ein Weckruf für alle Staaten wirken sollte! Der Fall wurde von den Klimaseniorinnen angestoßen, die auf die gesundheitlichen Belastungen älterer Menschen durch den Klimawandel aufmerksam machten. Und das ist nur der Anfang.
Die Lebenserwartung steigt weltweit, aber das hat einen Haken. Immer mehr Menschen – insbesondere Frauen – verbringen ihre Jahre mit gesundheitlichen Einschränkungen. Eine aktuelle Studie im Fachjournal „The Lancet Public Health“ zeigt, dass Menschen im Jahr 2023 im Durchschnitt 10,7 Jahre mit schlechter Gesundheit leben, 1,9 Jahre mehr als noch 1990. Das sind fast 15 % ihrer Lebenszeit! Und während die Lebensspanne von 64,6 auf 73,8 Jahre gestiegen ist, bleibt die Frage: Was nützt uns das, wenn wir die letzten Jahre mit Schmerzen und Krankheiten verbringen müssen? Besonders Frauen sind betroffen, sie leben länger, aber auch länger krank.
Die Ungleichheit der Krankheitskluft
Ein besonders beunruhigendes Ergebnis dieser Studien ist die Krankheitskluft. In wohlhabenden Ländern wie den USA, Australien und Kanada beträgt sie bis zu 14 Jahre. Das bedeutet, dass viele Menschen nicht nur länger leben, sondern auch länger leiden. Im Jahr 2023 lag die Krankheitskluft für Frauen weltweit bei durchschnittlich 12,1 Jahren, während Männer nur 9,3 Jahre davon betroffen sind. Irgendwie frustrierend, oder? Die häufigsten gesundheitlichen Probleme sind weit verbreitet: Schmerzen im unteren Rücken, psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Viele dieser Leiden, so zeigen die Studien, könnten vermeidbar sein. Ein bisschen mehr Kontrolle über Blutzuckerwerte, Gewichtsmanagement, eine ausgewogene Ernährung und das Aufgeben von Zigaretten könnten den Unterschied machen.
Aber zurück zum Klimawandel. Die Bedrohungen, die er mit sich bringt, sind vielfältig. In Spanien wird Wasser rationiert, während in Honduras Sturmfluten die Lebensgrundlagen der Küstenbewohner gefährden. Wir sehen, wie besonders benachteiligte Gruppen – arme Menschen, lokale Gemeinschaften, Frauen und Kinder – unter den Folgen des Klimawandels leiden. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2050 Wetterextreme und der Anstieg des Meeresspiegels bis zu 14,5 Millionen Todesfälle verursachen könnten. Das ist eine Zahl, die einen nachdenklich stimmt.
Die Rolle der Staaten und Menschenrechte
Die Staaten sind verpflichtet, ihre Bevölkerung vor diesen Folgen zu schützen und Treibhausgasemissionen zu senken. Der UN-Menschenrechtsrat hat schon 2021 das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt anerkannt. Und doch sieht es oft so aus, als würden diese Verpflichtungen ignoriert. Der Internationale Gerichtshof wurde 2023 beauftragt, die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Staaten in Bezug auf den Klimawandel zu klären. Und die Situation wird nicht einfacher: Klimaschutzmaßnahmen können auch die Rechte von Menschen beeinträchtigen, etwa durch Zwangsvertreibungen bei Projekten für erneuerbare Energien. Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz fordert Unternehmen auf, ihre Lieferketten auf Risiken zu überprüfen, was ein Schritt in die richtige Richtung ist – aber reicht das aus?
Natürlich gibt es auch Lichtblicke. Der deutsche Bundes-Klimaanpassungsgesetz von 2023 zielt darauf ab, soziale Ungleichheiten durch den Klimawandel zu verhindern. Doch die Herausforderungen bleiben enorm. Zwischen 2012 und 2022 wurden 1.910 Land-, Umwelt- und Klimaschützer*innen ermordet. In vielen Ländern werden friedliche Proteste gegen Klimaschutzmaßnahmen unterdrückt. In Deutschland wurden die Reaktionen auf die Proteste der „Letzten Generation“ als Verletzung der Versammlungsfreiheit kritisiert. Komisch, dass wir in Zeiten, wo der Klimawandel allgegenwärtig ist, solche Sorgen um unsere Freiheit haben müssen.
Gesundheitliche Folgen des Klimawandels
Der Klimawandel hat nicht nur direkte physische Folgen wie Verletzungen und Todesfälle durch Extremwetterereignisse; auch psychische Belastungen wie Stress, Angstzustände und Depressionen nehmen zu. Die Qualität und Quantität von Trinkwasser und Lebensmitteln leiden unter den veränderten Umweltbedingungen. Wir müssen uns auch auf mehr Allergene einstellen. Pollen? Der Frühling könnte für viele zur Qual werden. Und nicht zu vergessen die Zunahme von Krankheitsüberträgern wie Zecken und Stechmücken.
Es ist ein komplexes Geflecht aus Herausforderungen, das uns alle betrifft. Jeder von uns kann etwas tun, sei es durch kleine Änderungen im Alltag oder durch aktives Engagement in der Zivilgesellschaft. Denn eines ist klar: Die Zeit zum Handeln ist jetzt!
