Die Schweiz, das Land der schönen Berge und schneebedeckten Gipfel, hat sich seit der Industrialisierung um rund 3 Grad Celsius erwärmt. Das ist ja mal ein ordentlicher Brocken, und das doppelt so viel wie der globale Durchschnitt. Meteorologe Peter Wick hat sich die Zeit genommen, die Gründe für diese heftige Klimaerwärmung zu beleuchten. Da wären zum einen der Albedo-Effekt durch schmelzende Gletscher, der die Sonnenstrahlen weniger reflektiert, wodurch die Erde noch mehr Wärme aufnimmt. Außerdem gibt’s die zunehmend häufigeren Hochdrucklagen, die kalte Luftmassen vom Atlantik fernhalten. Auch die saubere Luft in Europa spielt eine Rolle, denn weniger Aerosole bedeuten mehr Sonnenenergie, die direkt auf den Boden trifft.

Die Alpen gehören zu den Regionen, die besonders stark betroffen sind. Im Juni 2023 wurde in Basel ein neuer Hitzerekord von 39 Grad Celsius aufgestellt – ein klares Zeichen, dass sich die Dinge ändern. Während die Erde insgesamt um etwa 1,3 bis 1,5 Grad Celsius wärmer wird, ist Europa, und vor allem die Schweiz, deutlich schneller dran. Im Vergleich zu Deutschland und Frankreich, wo die Temperaturen weniger stark steigen, ist die Schweiz sozusagen das „Hotspot“ der Klimaerwärmung.

Die Alpen im Fokus

Die Alpen, ein Juwel der Natur, erwärmen sich sogar doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Von 1991 bis 2020 haben wir hier einen Temperaturanstieg von etwa 2 Grad Celsius im Vergleich zum späten 19. Jahrhundert erlebt. Schaut man sich die Prognosen an, wird bis 2050 mit einem weiteren Anstieg von 1,4 bis 2 Grad Celsius gerechnet. Und bis zum Ende des Jahrhunderts? Da könnte es um 3 bis 5 Grad Celsius wärmer werden. Man fragt sich: Wo soll das nur hinführen?

Die Gründe? Nun, die Landflächen erwärmen sich schneller als Wasser – das ist wie beim Kochen von Wasser, man weiß, dass es schneller geht, wenn alles trocken ist. Zudem trägt die größere Erdoberfläche in Gebirgen durch Auffaltungen zur schnelleren Erwärmung bei. Schmelzende Gletscher und abnehmende Schneebedeckung erzeugen Rückkopplungseffekte, die die Sache noch verschärfen. Und die dünnere Luft in höheren Lagen? Ja, die erwärmt sich auch schneller. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Schneegrenze um mehr als 100 Höhenmeter nach oben verschoben, und die Neuschneemenge ist um rund 34 % zurückgegangen – das ist echt kein Zuckerschlecken!

Extreme Wetterereignisse

Die Klimakrise hat nicht nur Auswirkungen auf die Temperaturen, sondern verändert auch die Niederschlagsverteilung. Niederschlag fällt zunehmend als Regen statt als Schnee – selbst in höheren Lagen. Ein seltsames Spiel, das man nur schwer begreifen kann. Die Prognosen für die Niederschläge im Winter deuten auf einen Anstieg von bis zu 17 % bis zur Mitte des Jahrhunderts hin. Aber im Sommer? Da wird’s ungewiss – ein Rückgang ist möglich. Und das bedeutet, dass wir uns auf häufigere Extremwetterereignisse einstellen müssen. Starkregen und längere Trockenperioden nehmen zu, und seit den 1980er Jahren sind extreme Regenereignisse um 15 % gestiegen.

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Die Bergwelt ist ein empfindlicher Lebensraum, und der Klimawandel wirkt sich hier verheerend aus. Vegetationsperioden, Wasserhaushalt, Schneegrenze und Gletscher – alles steht auf der Kippe. Der Schwarzmilzferner in den Allgäuer Alpen und der Schneeferner-Gletscher an der Zugspitze zeigen in den letzten Jahren deutlich, wie die Gletscherschmelze voranschreitet. Und die Gefahr von Lawinen steigt durch größere Schneemengen und winterliche Wärmeeinbrüche. Die Natur ist im Umbruch, und die Menschen, die hier leben und arbeiten, müssen sich anpassen.

Umso wichtiger ist es, dass Organisationen wie der Deutsche Alpenverein (DAV) sich aktiv für den Klimaschutz einsetzen. Bis 2030 möchten sie klimaneutral werden. Ein ambitioniertes Ziel, das zeigt, dass die Verantwortlichen die Situation ernst nehmen. Der Klimawandel beeinflusst nicht nur die Natur, sondern auch die Sicherheit und Planbarkeit von Bergtouren. Die alpine Infrastruktur muss sich auf häufigere Extremwetterereignisse einstellen, und die Menschen in den Bergen sind gefordert, sich anzupassen. Ganz ehrlich, es ist eine herausfordernde Zeit für die Alpen und ihre Bewohner.