Am 15. Juli 2023 wurde ein Gedenktag ins Leben gerufen, der die Opfer der Klimakrise in Europa würdigt. Ein Tag, der uns die erschreckenden Folgen der Klimaerwärmung vor Augen führt. Laut Euractiv zählte Europa im Jahr 2023 über 10.000 Hitzetote. In Deutschland allein waren es über 6.800 Menschen, die der unerbittlichen Hitze zum Opfer fielen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet. Diese Zahlen sind nicht nur Statistiken – sie stehen für echte Schicksale, für Menschen, die durch extreme Klimabedingungen ihr Leben verloren haben.

Der Gedenktag hat seine Wurzeln in der verheerenden Flutkatastrophe vom 14. und 15. Juli 2021, die 243 Menschen, darunter 41 in Belgien, das Leben kostete. Die Europäische Union hat diesen Tag nun offiziell zum Gedenktag erklärt, und auch das belgische Parlament wird 2024 einen nationalen Gedenktag einführen. Dies geschieht nicht ohne Grund. Am 15. Juli 2024 trafen sich in Brüssel Klimaktivisten, Politiker und Organisationen, um den Opfern zu gedenken und ein Mahnmal zu errichten, das an die Flutopfer von 2021 und die Hitzetoten der letzten Jahre erinnert.

Ein Mahnmal für die Zukunft

Das Mahnmal, das im Jardin de la vallée du Maelbeek in Brüssel entstehen soll, ist mehr als nur ein Denkmal. Der Entwurf stammt von dem Architekten Bas Smets, und die Initiative geht auf „Climate Justice for Rosa“ und Benjamin Van Bunderen-Robberechts zurück. Benjamin hat seine Freundin Rosa bei den Überschwemmungen 2021 verloren. Ihre Geschichte wird auch in einem Theaterstück erzählt, das 2024 Premiere feiert. Diese persönlichen Geschichten, diese Tragödien, sind das Herzstück des Gedenkens und der Mahnung.

Bei der Gedenkveranstaltung der EU wurde eine Schweigeminute abgehalten. EU-Kommissarin Teresa Ribera machte unmissverständlich klar: „Der Klimawandel ist ein Killer.“ Die EU werde nicht länger tatenlos zuschauen. Hadja Lahbib, die belgische EU-Krisenkommissarin, kündigte zudem einen neuen Klimaanpassungsplan bis Jahresende an. Es tut sich also etwas, auch wenn die Zeit drängt.

Die alarmierende Realität der Hitze

Die Realität der Klimakrise ist bedrückend. Schätzungen britischer Forscher zeigen, dass im Sommer 2023 allein in europäischen Städten rund 16.500 Menschen an extremer Hitze starben. Diese Zahl macht etwa 68 Prozent aller Hitzetoten in 854 untersuchten Städten aus. In Deutschland wurden konkret 1.477 Hitzetote gezählt. Besonders betroffen sind südeuropäische Metropolen: Rom, Athen, Paris, Madrid – überall ist die Hitze ein ständiger Begleiter geworden. In Berlin starben 140 Menschen an den Folgen der Hitze. Ein Anstieg, der uns alle betrifft.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der Temperaturanstieg, der durch den Klimawandel verursacht wird, beträgt aktuell im Durchschnitt 2,2 Grad Celsius, in Einzelfällen sogar bis zu 3,6 Grad. Ein paar Grad mehr – das können für viele Menschen die entscheidenden Unterschiede sein. Besonders vulnerable sind hierbei die älteren Menschen, die etwa 85 Prozent aller hitzebedingten Todesfälle ausmachen. Die Gesundheitsversorgung wird unweigerlich unter Druck geraten, wenn die Sommer weiterhin so extrem bleiben.

Ein Blick in die Zukunft

Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt. Die Prognosen für die kommenden Jahre sind nicht gerade rosig. Hitzeperioden werden heftiger und häufiger. Was uns erwartet, ist nicht nur eine Frage der Politik, sondern eine Frage des Überlebens. Die Worte von Wissenschaftlern und Experten wie Friederike Otto und Akshay Deoras sind eindringlich: Die Schätzungen sind zwar noch nicht endgültig, aber sie liegen „im Rahmen“ und sind als „wissenschaftlich fundiert“ zu betrachten. Das ist ein Aufruf, der uns nicht kaltlassen sollte.

Die Klimaerwärmung betrifft uns alle – in Deutschland, Belgien und darüber hinaus. Es ist nicht nur ein abstraktes Konzept, sondern eine drängende Realität, die wir jetzt angehen müssen. Wir müssen uns im Gedenken an die Opfer und im Kampf gegen die Klimaerwärmung zusammenraufen. Die Zeit drängt.