Zählen für die Schmetterlinge: Gemeinsam gegen das Artensterben
Heute ist der 15. Juni 2026, und das bedeutet nicht nur Sommerbeginn, sondern auch, dass die „Schmetterlingszeit“ in Nordrhein-Westfalen eingeläutet wird! Der Naturschutzbund (Nabu) ruft alle Schmetterlingsfreund*innen dazu auf, ihre Zählstäbchen oder besten Zähleinheiten bereitzuhalten. Es ist die elfte Auflage dieser Zählaktion, die vom 15. Juni bis zum 15. Juli stattfindet. Klar, das klingt nach einer Menge Spaß, aber es geht auch um so viel mehr – das Artensterben der Insekten ist ein ernstes Thema, das uns alle betrifft. Und genau hier wird die Zählung zu einem kleinen, aber feinen Beitrag, um ein Zeichen zu setzen.
Die Idee ist einfach: An einem oder mehreren Tagen in der genannten Zeitspanne zählt man die höchsten Zahlen einer bestimmten Schmetterlingsart, die man sieht. Zum Beispiel, wenn ich morgens drei Zitronenfalter und nachmittags vier sehe, melde ich die Zahl vier. Das klingt doch machbar, oder? Es gibt sogar eine Zählhilfe vom Nabu, die einem zeigt, welche Arten man erwarten kann. Und hey, falls ihr eine Art entdeckt, die nicht auf der Liste steht, könnt ihr diese unter „Weitere Arten“ melden. So wird jede Sichtung zur wertvollen Information.
Gemeinsam für die Artenvielfalt
Der Nabu möchte die Menschen motivieren, Platz für Vielfalt zu schaffen – seien es Gärten oder Balkone. Karl Heinz Jelinek empfiehlt, sich eine geeignete Pflanze auszusuchen und einfach mal zu beobachten, welche Schmetterlinge dort vorbeischauen. Und das ist nicht nur wichtig, weil es Spaß macht – es geht darum, die Bestände der Schmetterlinge zu erfassen und Entwicklungstendenzen zu erkennen. Je mehr Menschen mitmachen, desto verlässlicher die Ergebnisse. Schmetterlinge verschwinden zunehmend aus unserer Landschaft, und das ist alarmierend.
Ein weiteres wichtiges Element dieser Zählaktion sind die Orte, die zur Zählung ausgewählt werden können: Gärten, Straßenränder und öffentliche Grünanlagen. Überall, wo es ein bisschen Blütenpracht gibt, kann man zum Zähler werden. Es ist also nicht nur ein heimisches Unterfangen, sondern auch eine tolle Möglichkeit, das Bewusstsein für den Artenschwund zu schärfen.
Der große Zusammenhang
Doch hier hört es nicht auf. Diese Zählaktion ist Teil eines größeren Ganzen. Die Abhängigkeit von Pflanzen, Insekten und Tieren für unser Überleben ist enorm. Um das Artensterben zu stoppen, müssen wir Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe ergreifen und die Lebensräume vernetzen. Die Zerschneidung von Natur durch Straßen und Schienen muss verhindert werden. Das ist nicht nur ein Nabu-Thema, sondern ein gesellschaftliches Anliegen. Wir müssen das Bewusstsein für die Notwendigkeit, diese Themen in die Politik zu tragen, stärken.
Das NABU-Grundsatzprogramm zur Artenvielfalt formuliert klare Leitlinien. Es geht darum, Arten in ihren natürlichen Lebensräumen zu schützen und sicherzustellen, dass funktionierende Ökosysteme auch in der Forstwirtschaft und Landwirtschaft im Vordergrund stehen. Nachhaltigkeit ist das Stichwort – bis 2030 sollen 30% der landwirtschaftlichen Fläche nachhaltig bewirtschaftet werden. Das klingt nach einer Herausforderung, aber wir müssen es angehen. Klimaschutzmaßnahmen müssen in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen umgesetzt werden. Je mehr Menschen sich für den Schutz unserer Insekten und Pflanzen einsetzen, desto stärker wird unsere Stimme.
Also, auf geht’s! Zählt fleißig die Schmetterlinge, und lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen für die Artenvielfalt. Jede Sichtung zählt und bringt uns ein Stück näher an unser gemeinsames Ziel!
