Weilheim: Ein Vorbild für fairen Handel und globale Gerechtigkeit
In Weilheim gibt’s Grund zur Freude! Die Stadt hat für weitere zwei Jahre den Titel „Fairtrade-Stadt“ erhalten. Bürgermeister Tillman Wahlefeld hat die Urkunde stolz entgegengenommen – ein Moment, der nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Herzen der Gemeinschaft weitreichende Bedeutung hat. Seit 2018 trägt Weilheim diesen Titel und hat seitdem das Engagement vor Ort kontinuierlich ausgebaut. Man könnte sagen, die Stadt hat sich regelrecht in die fairen Handelspraktiken verliebt!
Das lokale Engagement zeigt sich nicht nur in der täglichen Kaffeepause des Bürgermeisters und des Stadtrats, die fair gehandelten Kaffee genießen, sondern auch in einem Ratsbeschluss, der die Unterstützung des fairen Handels festhält. Rund 25 Geschäfte und gastronomische Betriebe in Weilheim bieten mittlerweile Produkte aus fairem Handel an. Isabel Radeloff, die einen eigenen Fairtrade-Laden führt, ist Teil des Steuerungsteams, das die Aktivitäten koordiniert. Veranstaltungen wie ein faires Frühstück oder Schulprojekte bringen die Idee des fairen Handels in die Herzen der Bürger.
Ein ehrgeiziger Blick in die Zukunft
Das Steuerungsteam hat große Pläne: Zum 10-jährigen Jubiläum der Zertifizierung im Jahr 2028 wünscht man sich eine Städtepartnerschaft mit einer Stadt im globalen Süden. Ein großes Vorhaben, wie Bürgermeister Wahlefeld betont. Doch man könnte auch sagen, es ist ein erster Schritt in eine neue Dimension der globalen Zusammenarbeit. Die Verbindung zu einer Stadt im globalen Süden könnte nicht nur den Austausch fördern, sondern auch das Bewusstsein für globale Gerechtigkeit schärfen.
Doch das ist nicht alles, was im Rahmen des fairen Handels in der Region geschieht. In Oberursel wird beispielsweise die Faire Woche 2025 vom 12. bis 26. September unter dem Motto „FAIR HANDELN Vielfalt erleben!“ gefeiert. Die Auftaktveranstaltung, eine Ausstellung mit dem Titel „Fairnisage“, wird am 4. September 2025 im Foyer des Rathauses eröffnet und bietet Einblicke in die Welt des fairen Handels. Auch Aktivitäten wie der Walk’n’Talk mit dem Titel „Der fairen Schokolade auf der Spur“ am 19. September sind geplant. Hier können Interessierte auf eine spannende Entdeckungsreise gehen.
Der große Zusammenhang
Die Initiativen in Weilheim und Oberursel sind nicht nur lokale Ereignisse, sie stehen im Kontext weltweiter Bemühungen, die Lebensbedingungen von Kleinbauern und Landarbeitenden zu verbessern. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurden, beinhalten 17 globale Ziele zur Bekämpfung von Armut und zur Verwirklichung nachhaltiger Entwicklung bis 2030. Diese Ziele sind wie ein Leitfaden für Städte wie Weilheim und Oberursel, die sich aktiv für den fairen Handel und nachhaltige Praktiken einsetzen.
Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass trotz aller Fortschritte über 780 Millionen Menschen unterhalb der internationalen Armutsgrenze leben und mehr als 152 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen sind. Die Herausforderungen des Klimawandels drohen zudem, die Fortschritte in allen Bereichen zu gefährden. Das Engagement in Städten wie Weilheim und Oberursel ist daher nicht nur lobenswert, sondern auch notwendig. Es zeigt, dass der faire Handel und individuelle Aktionen der Bürger*innen eine wichtige Rolle im globalen Kontext spielen können.
