Heute ist der 7.05.2026, und während wir uns die Wettervorhersage für die kommenden Tage anschauen, wird eines klar: Der Wassermangel wird für viele von uns zum drängenden Thema. Gerade in Österreich war der April 2026 extrem niederschlagsarm, und das hat nicht nur die Natur, sondern auch die Landwirtschaft ordentlich ins Schwitzen gebracht. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz (BMLUK) hat in seinem Monatsbericht „Wasserhaushalt Österreich“ die alarmierenden Zahlen veröffentlicht: Niedrige Abflüsse und Grundwasserstände sind der aktuelle Stand der Dinge. Umweltminister Norbert Totschnig hat die unterdurchschnittlichen Niederschläge und deren weitreichenden Folgen klar angesprochen.
Aber es bleibt nicht bei Worten. Um die Wasserversorgung zu sichern und Krisen vorzubeugen, sind hohe Investitionen in die Wasserinfrastruktur erforderlich. Im Jahr 2025 wurden rund 898 Millionen Euro in die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung gesteckt. Auf 330 km neuen Wasserleitungen und 376 km sanierten Leitungen kann man schon stolz sein! Und für 2026 stehen sogar Genehmigungen für über 900 Wasserprojekte in Aussicht. Ein positiver Schritt, aber auch ein Zeichen dafür, wie dringend die Lage wirklich ist.
Trockenheit als ständiger Begleiter
Die Landwirtschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen. Trockenperioden und Extremwetterereignisse machen es den Betrieben nicht leicht. Die GAP-Strategie (Gemeinsame Agrarpolitik) setzt Schwerpunkte zur Stärkung der Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe. Investitionen in Bewässerung, Wasserspeicherung und -aufbereitung werden gefördert, und das Agrarumweltprogramm ÖPUL soll die Gewässerqualität verbessern. Doch die durchschnittliche Lufttemperatur lag im April bei knappen 8 °C, was 1,3 °C über dem Mittel von 1991 bis 2020 liegt. Niederschläge? Im Österreichmittel waren es nur rund 24 mm – etwa ein Drittel des langjährigen Mittels!
Überall im Land gibt es Niederschlagsdefizite, und die Pegelmessstellen zeigen, dass 75 % der Standorte von niedrigen Abflüssen betroffen sind. Der Anstieg der Messstellen mit geringen Grundwasserständen von 65 % Ende März auf über 70 % Ende April ist alarmierend. Prognosen der GeoSphere Austria deuten darauf hin, dass zwar wiederholt Niederschläge zu erwarten sind, jedoch keine länger anhaltende Niederschlagsphase in Sicht ist. Ein kurzer Lichtblick, aber die grundsätzliche Wasserknappheit bleibt bestehen.
Wasserstress in Deutschland
<pWenn wir über Wasser sprechen, dürfen wir Deutschland nicht vergessen. Obwohl Deutschland als wasserreiches Land gilt, entnimmt es im langjährigen Mittel nur 12 % der verfügbaren Wasserressourcen. Die Gesamtnutzung lag im Jahr 2004 bei 20,2 %, was bereits über der internationalen Wasserstress-Schwelle von 20 % liegt. In den Jahren 2018 bis 2022 gab es in einigen Regionen trotzdem lokale Wasserversorgungsengpässe – und das, obwohl der Niederschlag im Durchschnitt reichlich war! Das liegt vor allem an der ungleichen Niederschlagsverteilung, hohen Wasserentnahmen und der Nitratbelastung von Grundwasservorräten.
Starkregen führt zu Überschwemmungen und überlastet die Infrastruktur, sodass weniger Niederschlag für Mensch und Natur nutzbar bleibt. Dürrejahre haben die Grundwasserstände gesenkt und die Wasserversorgung in vielen Gebieten belastet. Der Deutsche Wetterdienst meldete im Frühjahr 2025 ein historisches Niederschlagsminimum, besonders in Nord- und Ostdeutschland. Künftige Klimaprojektionen sagen niederschlagsärmere Sommer und häufigere Hitzeperioden voraus – das klingt nicht gut, oder?
Ansätze zur Lösung
Eine Studie aus Juni 2025 zeigt, dass die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte von akutem oder strukturellem Grundwasserstress betroffen ist. Besonders in Ost-, Nord- und Westdeutschland gibt es nachhaltige Probleme bei der Grundwasserversorgung. Stress wird in strukturellen und akuten Stress unterteilt – und die öffentliche Trinkwasserversorgung ist oft die Hauptursache für Wasserentnahmen in diesen gestressten Regionen. Um dem entgegenzuwirken, muss Deutschland dringend seine Wasserwirtschaft an klimatische Veränderungen anpassen. Die Bundesregierung hat 2023 eine Nationale Wasserstrategie vorgestellt, die gesetzliche Nutzungsprioritäten im Falle anhaltender Dürre vorsieht.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Anhaltende Trockenheit, Unsicherheiten bei der zukünftigen Wassernutzung und Klimavariabilität. Man könnte fast meinen, dass die Maßnahmen zur Bewältigung der Wasserknappheit unzureichend sind. Und das ist nicht nur ein Problem für die Landwirtschaft oder die Trinkwasserversorgung, sondern betrifft uns alle. Wenn wir nicht handeln, wird die Wasserverfügbarkeit für Mensch und Ökosysteme weiter gefährdet.
Die Ursachen für Wasserknappheit sind komplex und vielschichtig – klimatische Bedingungen, Wasserqualitätsprobleme, hohe Bedarfe in Metropolregionen und vieles mehr. Es ist höchste Zeit, dass wir uns gemeinsam für die Wasserverfügbarkeit einsetzen, um einen nachhaltigen Umgang mit dieser kostbaren Ressource zu fördern.