Heute ist der 19.05.2026 und während wir uns hier in Deutschland um die drängenden Fragen des Klimaschutzes kümmern, müssen wir uns auch den harten Fakten stellen. Bei einem Klimaempfang der Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag sprach der renommierte Klimaforscher Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, der am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung tätig ist und als IPCC-Leitautor bekannt ist. Seine Worte sollten uns aufhorchen lassen: Die Klimakrise sei kein Erkenntnisproblem, sondern werde durch politische und ökonomische Strukturen massiv behindert. Und das ist noch längst nicht alles.
Globale fossile Subventionen belaufen sich auf rund 7 Billionen Dollar jährlich. Im deutschen Kontext wird’s noch brisanter: Hierzulande gibt es über 40 klimaschädliche Subventionen, die jährlich etwa 65 Milliarden Euro kosten. In Zeiten der Energiepreiskrise können es sogar bis zu 85 Milliarden Euro sein! Besonders ins Auge fallen da das Dieselprivileg (ca. 7,4 Milliarden Euro), die Pendlerpauschale (5–6,5 Milliarden Euro) und die Steuerbefreiung für Kerosin. Die Zahlen sind alarmierend und werfen ein grelles Licht auf die Diskrepanz zwischen unseren Klimazielen und den tatsächlichen politischen Entscheidungen.
Politische Blockaden und ihre Folgen
Wie Rahmstorf treffend bemerkte, sind es diese politischen Blockaden, die oft die Umsetzung verfügbarer Lösungen wie Wärmepumpen und erneuerbare Energien verhindern. Immer wieder wird der Gedanke laut, dass wir uns mit unseren Subventionen selbst ins Knie schießen. Der Internationale Währungsfonds schätzt die fossilen Subventionen in Deutschland sogar auf etwa 70 Milliarden Euro jährlich. Das ist nicht nur ein riesiger Betrag, sondern auch ein massives Hindernis auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft. Deutschland hatte sich im Rahmen der G20 2009 verpflichtet, ineffiziente Subventionen bis 2025 abzubauen – ein Ziel, das wir bisher kläglich verfehlt haben.
Und während die Welt so dringend Lösungen braucht, wird parallel ein Klimaschutzprogramm mit 67 Maßnahmen zur CO₂-Einsparung beschlossen, während gleichzeitig Subventionen für neue Gaskraftwerke genehmigt werden. Man fragt sich, ob hier wirklich die richtigen Prioritäten gesetzt werden. Die politische Debatte im Bundestag ist angespannt, wobei die AfD vehement nach der Abschaffung von Klimaschutzmaßnahmen ruft. Das ist kein gutes Zeichen für die Zukunft.
Ein Blick auf die Subventionsstruktur
Die Experten sind sich einig: Deutschlands Steuersystem ist viel zu stark auf fossile Energieträger ausgerichtet. Ein Subventionsbericht der Bundesregierung zeigt, dass wir uns von den fossilen Brennstoffen nicht loslösen können. Fachleute vom Fraunhofer-Institut, dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und dem Umweltbundesamt äußern sich besorgt über die weiterhin bestehenden Subventionen. Dazu zählt auch die Energiesteuerbefreiung für Kerosin bei Inlandsflügen, die es einfach nicht mehr geben sollte.
Patrick Plötz vom Fraunhofer-Institut warnt, dass fossile Subventionen die Erreichung unserer Klimaziele ernsthaft gefährden. Und während wir darüber nachdenken, könnten wir auch Milliarden Euro für Klimazertifikate an andere Länder zahlen müssen. Sebastian Rausch vom ZEW fordert einen klaren Ausstiegsfahrplan für fossilbezogene Steuervergünstigungen. Die Stimmen werden lauter, aber die Umsetzung der nötigen Maßnahmen bleibt auf der Strecke.
Das Umweltbundesamt mahnt ebenfalls den Abbau ineffizienter Förderungen an, warnt jedoch vor sozialen Schieflagen. Es ist ein Balanceakt, der schwer zu meistern ist. Das Finanzministerium hingegen behauptet, das Ziel des Subventionsabbaus bis 2025 sei noch eingehalten werden können, widerspricht damit jedoch der Analyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, die neue Subventionen für fossile Energien identifiziert hat. Ein bisschen wie ein Spiel, bei dem alle wissen, dass die Regeln nicht fair sind.
Die Zeit drängt – das Zeitfenster für eine nachhaltige Zukunft schließt sich schnell. Entscheidungen, die wir in diesem Jahrzehnt treffen, werden langfristige Auswirkungen haben. Es ist an der Zeit, dass wir uns ernsthaft mit unseren Subventionen auseinandersetzen und die richtigen Schritte in Richtung einer umweltfreundlicheren Zukunft gehen. Denn die Erde wartet nicht.