Heute ist der 20. Mai 2026, und die Diskussion um den Klimawandel wird immer drängender. Die neuesten Erkenntnisse einer internationalen Forschungsgruppe, die den kommenden Sachstandsbericht für den Weltklimarat vorbereitet, werfen ein neues Licht auf unsere Klimamodelle. Es gibt zwar eine kleine positive Wendung, doch die Alarmglocken läuten weiterhin. Die schlimmsten Szenarien für die Klimaerwärmung werden nicht mehr in den neuen Modellen berücksichtigt. Das heißt aber nicht, dass wir aufatmen können! Niklas Höhne vom New Climate Institute warnt eindringlich, dass die Gefahr, Kipppunkte zu überschreiten, jetzt als größer eingeschätzt wird.
Die RCP-Szenarien, die als Leitfaden für die Prognosen dienen, haben sich als entscheidend erwiesen. RCP8.5, das Szenario mit den höchsten Emissionen, das ein ungebremstes Wachstum fossiler Energien unterstellt, wird nicht mehr weiterverfolgt. Das ist schon ein kleiner Lichtblick, denn es hätte eine Erwärmung von fast fünf Grad bis zum Ende des Jahrhunderts vorausgesagt. Doch die Möglichkeit, dass die Temperatur über vier Grad ansteigt, bleibt bestehen. Wie die Forschungsgruppe feststellt, sind die globalen Treibhausgasemissionen in den letzten Jahren eher in der Mitte der prognostizierten Bandbreite geblieben, und der Anteil erneuerbarer Energien wächst schneller als gedacht. Das klingt doch fast nach einem Grund zum Feiern, oder? Aber halt, da gibt es einen Haken: Um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müsste CO₂ in großem Umfang aus der Atmosphäre entfernt werden. Und wie das bewerkstelligt werden soll, bleibt ein Rätsel.
Schutzmaßnahmen und Zukunftsperspektiven
Diana Rechid vom Helmholtz-Zentrum Hereon sieht in der Entwicklung eine positive Nachricht, hebt aber hervor, dass wir die Emissionen schnell und wirksam reduzieren müssen. Die Warnungen vor einem starken El Niño sind ebenfalls besorgniserregend. Das Forschungsteam betont, dass es keinen realistischen Weg gibt, die Erwärmung auf unter 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Selbst die optimistischsten Prognosen gehen davon aus, dass wir diese Marke im Durchschnitt überschreiten werden. Ein beunruhigender Gedanke, der einen direkt zum Nachdenken bringt.
Die DWD-Referenz-Ensembles basieren auf den SSP-Szenarien und zeigen, wie komplex die Entwicklung von Klimamodellen ist. Für die CMIP5-Simulationen wurde ein neuer Ansatz gewählt, der sich auf den Strahlungsantrieb bis 2100 konzentriert. Dabei beschreibt der Strahlungsantrieb die zusätzliche Energiezufuhr für die Erde. Die verschiedenen Szenarien, von RCP2.6 bis RCP8.5, zeigen die Bandbreite der möglichen Zukunft. Während RCP2.6 auf eine globale Erwärmung unter 2 °C abzielt und starke Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen erfordert, ist RCP8.5 mit seinem Hochemissionsszenario eine düstere Vision, die auf fossilen Kohlenstoffvorräten basiert.
Das Pariser Klimaabkommen und seine Herausforderungen
Das Pariser Klimaabkommen, welches am 12. Dezember 2015 auf der Weltklimakonferenz in Paris beschlossen wurde und 2016 in Kraft trat, bleibt ein zentrales Element im internationalen Kampf gegen den Klimawandel. 195 Staaten haben sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Ein Ziel, das sich als nicht ganz so einfach herausstellt. Jedes Land hat die Freiheit, eigene nationale Beiträge (NDC) zu formulieren. Und das ist nicht ohne Herausforderungen. Deutschland, Teil der EU, hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: eine Reduktion der Treibhausgase um 65 % bis 2030 und Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045. Doch die Bedenken sind groß, dass diese Ziele nicht erreicht werden könnten – besonders im Verkehrs- und Wohnsektor.
Die Fortschritte seit dem Inkrafttreten des Abkommens sind gemischt. Schätzungen zur globalen Erwärmung haben sich von 3,5 °C (2015) auf 2,3–2,5 °C (2025) verbessert, doch es bleibt ein langer Weg. Die Finanzierung von Klimamaßnahmen, insbesondere für Entwicklungsländer, ist ein zentraler Streitpunkt. Eine weltweite Bestandsaufnahme soll alle fünf Jahre den Fortschritt bei der Erreichung der Klimaziele bewerten, doch die Frage bleibt: Reicht das aus, um die drohenden Klimakatastrophen abzuwenden? Das Abkommen hat seine Lücken und Herausforderungen, und Reformvorschläge stehen zur Diskussion. Die Zeit bleibt nicht stehen, und der Klimawandel wartet nicht auf uns.