Es war einmal eine junge Frau, die die Welt aufrüttelte – Greta Thunberg. Als Teenagerin trat sie ins Rampenlicht und wurde zur Symbolfigur der Klimaproteste. Ihr Auftritt beim UN-Klimagipfel in New York im September 2019 war der Höhepunkt ihrer aufsehenerregenden Karriere. Per Segelboot über den Atlantik gereist, forderte sie die Mächtigen der Welt heraus. „Die Welt wacht auf“, drohte sie, während sie die Politiker anklagte, ihrer Verantwortung nicht nachzukommen. Sie schuf eine Welle der Empörung und brachte das Thema Klimawandel in die Wohnzimmer der Menschen. Immer mehr Jugendliche schlossen sich ihrer Bewegung an, und das „Schulstreik für das Klima“ Konzept entwickelte sich schnell zu Fridays for Future, einer globalen Bewegung, die Millionen mobilisierte.

Doch die Zeiten ändern sich. Heute, am 3. Mai 2026, ist Thunbergs Rolle umstritten. Ihre Aktionen, wie das Blockieren von Tankwagen in Malmö, haben zu Kritik geführt. Auch ihre jüngsten politischen Äußerungen, etwa ihre Unterstützung für die pro-palästinensische Bewegung, sorgten für Aufregung. Bei einer Kundgebung in Mannheim äußerte sie provokante Meinungen über Deutschland und Israel und bezeichnete Israels Gegenattacken als „Genozid“. Das bringt uns zu einem interessanten Punkt: Thunberg hat sich noch nie gescheut, die Polarisierung in der Klimabewegung zu verstärken. Ihre kritischen Worte und radikaleren Aktionen – sie haben den „Greta-Effekt“ zwar groß gemacht, doch auch die Debatte über ihre Methoden entfacht.

Der Weg zur Ikone

Die Anfänge der Bewegung sind bemerkenswert. 2018, vor dem schwedischen Reichstag, hielt Thunberg ein Schild mit der Aufschrift „Schulstreik für das Klima“. Dies war der Funke, der eine riesige Flamme entzündete. In Berlin etwa gab es im Jahr 2018 durchschnittlich zwölf Demonstrationen pro Tag, aber die Klimaproteste stachen hervor. Die größte Mobilisierung fand nur drei Tage vor der Weltklimakonferenz in Madrid statt, wo über 2.400 Städte in 158 Ländern an den Demonstrationen teilnahmen. Die Botschaft war klar: Es muss etwas geschehen, und zwar schnell.

Doch trotz all dieser Mobilisierung und der globalen Aufmerksamkeit – die CO₂-Emissionen stiegen in vielen Ländern weiter an. Das lässt einen schon nachdenklich werden. Die Frage bleibt: Wie viel Einfluss hat die Bewegung wirklich? Die Teilnehmerzahlen an den Klimastreiks sanken von fast 1,5 Millionen im Jahr 2019 auf nur noch 80.000 im Jahr 2023. Ist der „Greta-Effekt“ am Nachlassen? Politikwissenschaftlerin Lisa Dellmuth von der Uni Stockholm beschreibt Thunbergs Reise als eine Handlung aus Überzeugung, die viel Aufmerksamkeit generierte, aber die radikaleren Schritte könnten auch dazu führen, dass dieser Effekt schwindet.

Ein Blick in die Zukunft

Am 20. September 2024 werden in rund 110 Orten in Deutschland Menschen im Rahmen eines globalen „Klimastreiks“ von „Fridays for Future“ protestieren. Es bleibt abzuwarten, ob Thunbergs Name weiterhin die Massen mobilisieren kann oder ob die Menschen sich nach neuen Ansätzen umsehen. Während die Bewegung anfangs von einer breiten Unterstützung aus verschiedenen Organisationen, wie Scientists for Future, getragen wurde, zeigen aktuelle Entwicklungen, dass die Aktionen thematisch konkreter und Bündnisse breiter werden. Gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di wurde etwa die Kampagne #wirfahrenzusammen ins Leben gerufen, um für den Ausbau des ÖPNV und bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

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Es ist ein spannendes, aber auch herausforderndes Kapitel in der Geschichte des Klimaschutzes. Thunbergs Karriere, die von Anfang an von PR-Strategien begleitet war, wird weiterhin im Mittelpunkt stehen. Und während sie sich neuen Themen zuwendet, bleibt die Frage der Gerechtigkeit im Klimaschutz – eine der zentralen Botschaften, die sie und Luisa Neubauer immer wieder betonen – aktuelle wie eh und je.