So, was für ein Wetter! Der Mai 2026 hat uns ordentlich ins Schwitzen gebracht und war laut dem Copernicus-Klimadienst, der vom ECMWF betrieben wird, der zweitwärmste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen. Kaum hat die Sonne angefangen, sich blicken zu lassen, erlebte Europa einen raschen Übergang von kühlen Temperaturen zu einer extremen Hitzewelle. Besonders betroffen waren Länder wie Frankreich, Großbritannien, Irland und Portugal. Man fragt sich, ob wir uns hier schon an die neuen Temperaturen gewöhnen müssen – die Hitzewelle passt jedenfalls zu dem langfristigen Trend, der uns immer häufiger und intensiver mit Hitzewellen konfrontiert.
Doch die Hitzewelle war nicht das einzige Wetterphänomen im Mai. Während West-, Mittel- und Osteuropa mit überdurchschnittlich trockenen Bedingungen zu kämpfen hatten, erlebten die Türkei, Bulgarien und Moldawien verheerende Überschwemmungen. Fast schon ironisch, wenn man bedenkt, dass die globale Erwärmung, die sich fortsetzt, mit fast rekordverdächtigen Temperaturen in der Atmosphäre und den Ozeanen einhergeht. Besonders bemerkenswert sind die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen im tropischen Pazifik, die auf die Entwicklung von El-Niño-Bedingungen hindeuten. Und wenn das eintritt, können wir uns auf extreme Wetterereignisse weltweit einstellen – das ist ein schauriger Ausblick!
Ein Jahr der Extreme
Im Jahr 2025 haben wir bereits einen Vorgeschmack auf das bekommen, was uns jetzt erwartet. Häufigere Extremwetterereignisse wie Dürren, Hitzewellen, Wirbelstürme, Überschwemmungen und sogar Waldbrände waren die Regel. Trotz der vermeintlich guten Voraussetzungen für ein kühles Jahr – kein El Niño und kühlere Meeresoberflächen – blieben die globalen Temperaturen aufgrund menschlicher Treibhausgasemissionen außergewöhnlich hoch. Laut Klimawissenschaftler Theodore Keeping vom Imperial College London ist der Einfluss des Klimawandels auf Wetterextreme unbestreitbar. 2025 wird als eines der heißesten Jahre in die Geschichte eingehen, und die genauen Werte werden bald veröffentlicht.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens vor zehn Jahren ist die weltweite Durchschnittstemperatur um 0,3 Grad gestiegen. Das klingt nicht viel, aber im Schnitt gab es jährlich elf zusätzliche heiße Tage, und Hitzewellen sind zehnmal wahrscheinlicher geworden. Sjoukje Philip vom Königlich Niederländischen Meteorologischen Institut macht darauf aufmerksam, dass Hitzeereignisse mittlerweile so häufig vorkommen, dass sie nicht mehr als extrem gelten – sie sind einfach zur Normalität geworden.
Die alarmierenden Folgen
Der Bericht der World Weather Attribution listet 157 Extremwetterereignisse für 2025 auf, die nach ihren humanitären Auswirkungen ausgewählt wurden. Überschwemmungen und Hitzewellen waren dabei die häufigsten Extremwetterereignisse. Besonders schockierend: In Europa forderten Hitzewellen 2025 insgesamt 24.400 Menschenleben – von denen zwei Drittel ohne Klimawandel überlebt hätten. Es sind vor allem die ärmsten und verletzlichsten Gesellschaften, die unter diesen Bedingungen leiden, insbesondere Frauen und Mädchen in der Landwirtschaft. Und dann ist da noch der Hurrikan Melissa, der im Oktober 2025 Jamaika traf – der stärkste seit 1851. Trotz guter Vorbereitung gab es viele Tote und immense Schäden. Es ist einfach tragisch.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt, dass wir durch den Klimawandel mit mehr Stürmen, Regenfällen und Hitzewellen rechnen müssen. Der Zusammenhang zwischen Extremwetter und Klimawandel wird durch Zuordnungsforschung untersucht. Das bedeutet, dass Forscher virtuelle Welten mit und ohne Klimawandel vergleichen, um die Auswirkungen besser zu verstehen. Erstaunlicherweise zeigen 70% der untersuchten Extremwetterereignisse, dass der Klimawandel sie wahrscheinlicher oder intensiver gemacht hat. Das ist wirklich eine beunruhigende Bilanz.
Für Deutschland ist der Temperaturanstieg seit 1881 mit 1,7 Grad Celsius ebenfalls alarmierend. Und die zukünftigen Prognosen sind alles andere als rosig: Bis 2050 könnte sich die Zahl der gefährlichen Hitzetage in gemäßigten Breiten verdoppeln! Das klingt nach einer echten Herausforderung. Hitze wird nicht nur unangenehm, sie wird gefährlich – und zwar ab 39,4 Grad Celsius als gefährlich, extrem gefährlich ab 51,1 Grad Celsius. Wir stehen also vor enormen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
In Anbetracht all dieser Informationen bleibt nur zu hoffen, dass wir die richtigen Schritte unternehmen, um die Erderwärmung zu stoppen. Die Zeit drängt, und die Welt schaut auf uns. Es bleibt spannend und zugleich beängstigend, wie sich die Dinge entwickeln werden.