Krisenmanagement in der Hitzeschlacht: Mazzones Appell für einen Wandel in der Schweizer Klimapolitik
Heute ist der 23.07.2026, und die hitzebeständige Schweiz sieht sich erneut mit den drängenden Fragen der Klimapolitik konfrontiert. Die Präsidentin der Grünen, Lisa Mazzone, hat in einem leidenschaftlichen Appell den Entzug des Umweltdepartements von Bundesrat Albert Rösti gefordert. Ihre Kritik ist unmissverständlich: Unter seiner Führung habe die Schweiz Rückschritte in der Klimapolitik gemacht. Mazzone ist der Überzeugung, dass jeder andere Bundesrat in diesem Departement bessere Entscheidungen treffen könnte. Und wenn man sich die aktuelle Hitzewelle ansieht, die nicht nur die Landwirte, sondern auch die Fischbestände schwer belastet, scheint ihr Punkt mehr als berechtigt.
Die Hitzewelle hat bereits vor Ende Juli ihre ersten Opfer gefordert. Mazzone betont, dass der Bundesrat in dieser kritischen Zeit in den Ferien ist und nicht mit der nötigen Dringlichkeit auf die Hitzekrise reagiert. Das ist schon ein starkes Stück, oder? Ältere Menschen und Kinder sind besonders gefährdet, was die Ungleichheiten in unserer Gesellschaft noch deutlicher aufzeigt. „Entweder nicht fähig oder nicht bereit, etwas zu unternehmen“, beschreibt Mazzone Rösti in ihren scharfen Worten. Sie fordert einen nationalen Hitzeschutzplan und mehr Grünflächen in den Städten, um die Bevölkerung besser zu schützen. Und das ist nicht alles: Klimaanlagen in Spitälern, Altersheimen und Schulen stehen ebenfalls auf ihrer Wunschliste.
Gemischte Reaktionen auf Mazzones Forderungen
Die Reaktionen auf Mazzones Vorstoß sind ein bunter Strauß. SP-Nationalrat Hasan Candan sieht die Auswirkungen des Klimawandels als besorgniserregend und fordert effektivere Maßnahmen. GLP-Präsident Jürg Grossen stimmt einigen ihrer Kritikpunkte zu, ist aber gegen einen Wechsel im Departement. Mitte-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt hat auch seine Bedenken geäußert. Zwar kritisiert er Röstis Politik, hält jedoch die Forderung nach einem Wechsel im Uvek für überzogen. Schließlich gibt es noch SVP-Parteipräsident Marcel Dettling, der Mazzones Angriff als einen Versuch sieht, Aufmerksamkeit zu erzeugen, und Rösti im Uvek unterstützt.
Die Klimapolitik in der Schweiz hat einen klaren Kurs: Bis 2050 soll die Schweiz netto null Treibhausgasemissionen erreichen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, das in den Gesetzen verankert ist. Doch der Weg dorthin ist steinig. Der Bundesrat hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50% im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Das Übereinkommen von Paris, das die Schweiz 2017 ratifiziert hat, fordert noch mehr: Die globale Erwärmung soll auf maximal 1,5°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Aber wie sieht die Realität aus?
Wohin führt der Weg der Klimapolitik?
Die aktuelle Hitzewelle ist nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel längst überfällig sind. Es braucht nicht nur Gesetze, sondern vor allem auch den Mut, diese Gesetze mit Leben zu füllen. Im Klima- und Innovationsgesetz sowie im CO2-Gesetz sind bereits einige Richtlinien festgelegt, doch die Umsetzung bleibt eine Herausforderung. Eine Roadmap für CO2-Entnahme und -Speicherung wird erarbeitet, um die nicht vollständig reduzierbaren Emissionen auszugleichen. Aber wird das ausreichen, um der drängenden Hitzekrise Herr zu werden?
Die Grünen haben angekündigt, den Abstimmungskampf gegen neue Atomkraftwerke vorzubereiten. Ein weiterer Punkt auf der Agenda, der zeigt, wie komplex und vielschichtig die Diskussion um die zukünftige Energieversorgung und Klimapolitik in der Schweiz ist. Es bleibt spannend, wie sich die politischen Debatten in den kommenden Monaten entwickeln werden. Eines ist sicher: Die Klimakrise wartet nicht, und die Zeit für entschlossenes Handeln ist jetzt.
