Die europäische Autoindustrie steckt in einer tiefgreifenden Transformation, und das hat für viele Zulieferbetriebe in Österreich handfeste Folgen. Während die großen Automobilhersteller um ihre Marktanteile kämpfen, verlieren kleinere Unternehmen Aufträge, die Beschäftigten qualifizieren sich umsonst weiter und die Zukunft der industriellen Arbeitsplätze sieht alles andere als rosig aus. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts hat alarmierende Prognosen für die Antriebsstrangproduktion in Europa aufgestellt. Mit düsteren Aussichten: Bis 2040 könnte Europa etwa 95 Milliarden Euro an Wertschöpfung und rund 726.000 Arbeitsplätze verlieren – eine echte Herausforderung für die gesamte Branche.

Österreich könnte dabei besonders hart getroffen werden und einen Wertschöpfungsverlust von etwa 13 Milliarden Euro erleiden. Das ist kein Pappenstiel! Viele Unternehmen haben bereits Milliarden in bestehende Technologien investiert, was sie in eine Lock-in-Falle bringt. Das bedeutet, sie könnten sich schwer tun, sich von alten Technologien zu verabschieden, auch wenn es vielleicht sinnvoll wäre. Technologieoffenheit wird als ein möglicher Ausweg betrachtet, aber sie muss klare Optionen bieten, sonst bleibt alles beim Alten.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Die Fraunhofer-Studie zeigt auch, dass die Innovationskraft und gute Standortbedingungen langfristig wichtiger sind als das Festhalten an überholten Technologien. Ein langsamerer Ausstieg aus der Verbrennertechnik könnte zwar Zeit für Qualifizierungsmaßnahmen bieten, könnte aber auch alte Geschäftsmodelle subventionieren, die eigentlich schon überholt sind. Unternehmen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, um ihre Investitionen zu planen. Häufige politische Richtungswechsel können diese Investitionen jedoch hemmen.

Um das Ruder herumzureißen, braucht es strategisches Handeln. Die Studie warnt vor einer dauerhaften Abhängigkeit von Drittstaaten bei Schlüsseltechnologien, wenn nicht bald Maßnahmen ergriffen werden. Dabei könnte eine breite technologische Basis helfen, bestehende Produktionsumfänge zu erhalten und Verluste bei Wertschöpfung und Beschäftigung abzufedern. Die unterschiedlichen Szenarien der Studie zeigen, dass selbst mit einer technologieoffenen Regulierung der Rückgang nicht vollständig verhindert werden kann.

Die Rolle der Unternehmen

Weit über 20 % der befragten Unternehmen sind bereits komplett auf E-Mobilität ausgerichtet, und knapp 40 % haben den Transformationsprozess schon weit vorangetrieben. Das klingt doch vielversprechend! Aber es gibt auch Unternehmen, die erst am Anfang stehen oder gar noch keine Neuausrichtung vorgenommen haben. Über 75 % der Unternehmen haben in den letzten drei Jahren Innovationsaktivitäten durchgeführt, wobei der Schwerpunkt klar auf der Elektromobilität und Digitalisierung liegt. Komischerweise investieren immer noch über ein Drittel der Innovatoren auch in die Verbrennertechnologie. Vielleicht hat das mit der Unsicherheit über die künftigen Rahmenbedingungen zu tun.

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Ein großer Wunsch, der unter den Unternehmen laut wird, sind stärkere staatliche Investitionen in Bildung, Forschung und Innovationen. Geringere Strompreise würden ebenfalls gerne gesehen. Aber die Skepsis gegenüber einer Lockerung der CO2-Flottengrenzwerte ist weit verbreitet – über 60 % der Unternehmen stehen dem skeptisch gegenüber. Das zeigt, wie wichtig flankierende politische Maßnahmen sind, um den Transformationsprozess zu unterstützen.

Eine Herausforderung für die Politik

Die Bundesregierung sieht sich derzeit mit einem starken Einbruch des politischen Willens konfrontiert, was die Unterstützung der Transformation angeht. Haushaltskürzungen führen dazu, dass der Druck auf die Unternehmen steigt. Die Glaubwürdigkeit des Politik-Mixes wird für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen entscheidend sein. In einer Zeit, in der wir innovative Ansätze dringend brauchen, könnte ein Zögern fatale Auswirkungen haben, nicht nur für die Autoindustrie, sondern für die gesamte Wirtschaft.

Die Fraunhofer-Studie bietet eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Sie zeigt auf, dass erfolgreiche Volkswirtschaften sich an neue Technologien anpassen, anstatt alte zu konservieren. Die Frage bleibt: Wie bereit sind wir, den Wandel wirklich zu gestalten und die Herausforderungen der Zukunft anzugehen? Die Uhr tickt, und die Zeit für klare Entscheidungen ist jetzt.