Heute ist der 3.05.2026. Wenn man über die Klimaforschung in den USA spricht, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Adam Sobel. Der Professor für Angewandte Physik und Mathematik an der Columbia University hat sich intensiv mit der gegenwärtigen Krise der Wissenschaft auseinandergesetzt. Und was er zu berichten hat, klingt wie aus einem dystopischen Roman. Es ist nicht nur ein paar verlorene Arbeitsplätze hier und da – nein, es ist eine systematische Zerschlagung der Klimaforschung, die er da beschreibt. Schaut man genauer hin, wird einem klar, dass die Trump-Administration nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern tief in die Grundlagen der Klimawissenschaft eingreifen will.
Die Situation ist extrem kritisch. Viele Wissenschaftler:innen haben ihre Jobs verloren oder stehen vor der ständigen Angst, als Nächstes auf der Straße zu stehen. Sobel spricht von einem „absurden“ Szenario, in dem eine Agentur von Elon Musk tatsächlich Forschende aus ihren Büros geworfen hat, während die Regierung weiterhin Miete zahlt. Wie verrückt ist das denn?! Und während all dies geschieht, werden die Fördermittel für wichtige Klimaforschungsprojekte an Universitäten drastisch reduziert. Should we worry? Ja, ganz klar!
Ein Angriff auf die Grundlagen der Klimaforschung
Sobel ist nicht allein in seiner Einschätzung. Jule Könneke von der Stiftung Wissenschaft und Politik beschreibt die Angriffe als gezielten Angriff auf die Grundlagen der Klimapolitik. Kürzungen bei Klimainstituten gefährden nicht nur die Datensammlung, sondern auch die Durchführung von Klimafolgenstudien. Ein Beispiel: Die wichtige Website für Klimainformationen in den USA wurde einfach stillgelegt. Was bleibt da noch übrig? Die Unsicherheit schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Forschenden. Internationale Kolleg:innen haben Bedenken, in die USA zu reisen, und auch von den US-Forschenden hört man, dass Genehmigungen für Auslandsreisen immer schwieriger zu bekommen sind. Es ist, als würde man in einem Labyrinth gefangen sein, aus dem es kein Entkommen gibt.
Und was ist mit den Daten? Bisher sind die bestehenden Datensätze noch zugänglich, aber neue Beobachtungsreihen sind in Gefahr. Bjorn Stevens macht sich Sorgen über die möglichen Auswirkungen eines Rückzugs der USA aus internationalen Gremien wie dem IPCC. Eine Zusammenarbeit, die für die globale Klimaforschung unerlässlich ist, könnte so gefährdet werden. Das Alfred-Wegener-Institut in Europa hat bereits Schritte unternommen, um historische Klimadaten aus den USA auf europäischen Plattformen zu sichern. Ein Lichtblick in einem ansonsten düsteren Bild!
Ein politisches Engagement ist unerlässlich
Die Notwendigkeit, sich für die Klimaforschung und die damit verbundenen Themen einzusetzen, wird immer deutlicher. Sobel selbst produziert einen Podcast namens „Deep Convection“, in dem er über die Karrierewege und Motivationen von Klimawissenschaftler:innen spricht. Jüngere Forschende sind voller Tatendrang, die Folgen der Klimakrise abzuschwächen und ihre Arbeit mit politischen sowie gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen zu verknüpfen. Es ist ein Aufruf zum Handeln, der nicht ignoriert werden kann. Die katastrophalen Auswirkungen der Trump-Präsidentschaft über die Anti-Klima-Politik hinaus machen deutlich, dass politisches Engagement unerlässlich ist.
Ende Mai 2025 veranstalteten Forschende einen 100 Stunden langen Livestream zur Unterstützung des National Centre for Atmospheric Research (NCAR). Es ist ein deutliches Zeichen, dass die Gemeinschaft zusammensteht, um ihre Stimme zu erheben und die Bedeutung ihrer Arbeit zu betonen. Sobel interpretiert die Angriffe der Trump-Regierung auf die Klimaforschung als Bestätigung der Relevanz ihrer Arbeit. In dieser Zeit des Wandels wird die Fortführung wissenschaftlicher Arbeit zu einem politischen Akt. Es bleibt zu hoffen, dass die Wellen, die diese engagierten Stimmen schlagen, nicht verstummen werden.