In der heutigen Zeit, in der der Klimawandel allgegenwärtig ist, rückt die Kommunale Wärmeplanung (KWP) zunehmend in den Fokus. Der Frankfurter Klimabeirat hat jüngst Empfehlungen zur KWP veröffentlicht, die wegweisend für die Wärmeversorgung der Stadt und darüber hinaus sind. Die Bevölkerung erhält nun mehr Zeit, um sich zu dem städtischen Konzept zu äußern – eine wichtige Gelegenheit zur Mitgestaltung. Ziel dieser Maßnahmen ist die Reduzierung des Wärmebedarfs von etwa 2.500 städtischen und rund 80.000 privaten Gebäuden durch gezielte energetische Sanierungen.

Eine zentrale Forderung des Klimabeirats ist der Einsatz eines Wärmeerzeugungsmixes, der vollständig ohne Erdgas auskommt. Dabei wird nicht nur auf die Effizienz geachtet, sondern auch die Sozialverträglichkeit der Maßnahmen spielt eine bedeutende Rolle. Schließlich ist es wichtig, dass die Energiewende nicht auf dem Rücken der sozial schwächeren Bevölkerung ausgetragen wird. Der Beirat, der im Oktober 2024 gegründet wurde und aus zehn Fachleuten besteht, hat klargemacht, dass Sanierungen strategisch priorisiert werden müssen, insbesondere bei schlecht isolierten Gebäuden.

Sanierungsquote und Zukunftsperspektiven

Die bundesweite Sanierungsquote lag im Jahr 2025 lediglich bei 0,67 %. Um die Klimaziele zu erreichen, sind jedoch mindestens zwei Prozent erforderlich. Daher empfiehlt der Klimabeirat einen übergeordneten Sanierungsfahrplan und serielle Sanierungsmethoden. Ein wichtiger Aspekt ist die Umstellung auf Wärmepumpen, insbesondere bei Ausfall fossiler Heizungen. Zukünftige Wärmequellen sollen aus industrieller Abwärme, Abwärme von Rechenzentren sowie Umweltwärme, wie Geothermie und Flusswärme, bestehen.

Für einen massiven Ausbau der Stromnetze und Großwärmepumpen wird eine Schlüsseltechnologie gefordert. Um die Weichen für diese Veränderungen zu stellen, sollen Baugenehmigungen für Großkunden wie Rechenzentren erst nach der Vorlage eines Ausbauplans für Großwärmepumpen vergeben werden. Hierbei ist es wichtig, klare Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung zu schaffen, um die ressortübergreifende Aufgabe der Wärmeplanung effizient zu gestalten.

Soziale Aspekte und Fördermöglichkeiten

Ein weiterer Fokus liegt auf den sozialen Aspekten der KWP. Vulnerable Quartiere sollen gefördert werden, um Härten und Gentrifizierung entgegenzuwirken. Die frühzeitige Kommunikation mit Eigentümern, Mietern, Handwerkern, Kammern und der Zivilgesellschaft wird als entscheidend erachtet. Die Stellungnahme des Klimabeirats entstand während der Potenzialanalyse der Stadt, noch bevor der Entwurf der KWP veröffentlicht wurde. Interessierte Bürger haben nun bis zum 17. Mai Zeit, Einwendungen einzureichen – die Frist wurde um zehn Tage verlängert.

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Die KWP ist nicht nur ein lokales, sondern auch ein strategisches Planungsinstrument, das es Ländern und Kommunen ermöglicht, die Wärmewende voranzubringen. Auf Bundesebene hat die Bundesregierung zahlreiche Förderprogramme zur Dekarbonisierung der Wärme eingerichtet, darunter das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEW) und die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Diese Programme unterstützen Kommunen dabei, energetische Maßnahmen durch Zuschüsse zu realisieren.

KfW-Förderprogramm und Ausblick

Ein Blick auf die Fördermöglichkeiten zeigt, dass das KfW-Förderprogramm für energetische Sanierungen mit verbesserten Konditionen startet. Für 2025 stehen 75 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, und Kommunen können bis zu 90 Prozent Zuschuss für integrierte Konzepte und begleitendes Sanierungsmanagement beantragen. Diese Maßnahmen sind besonders für finanzschwache Kommunen von Bedeutung, um lokale Investitionen in Dekarbonisierung und erneuerbare Energien zu unterstützen.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Kommunale Wärmeplanung ein entscheidender Schritt in Richtung einer klimaneutralen Zukunft ist. Die regelmäßige Aktualisierung der Wärmepläne, die Unterstützung durch Beratungsangebote und die klare Kommunikation zwischen allen Beteiligten sind essenziell, um die ambitionierten Klimaziele, die im Bundes-Klimaschutzgesetz festgelegt sind, zu erreichen. Informationen zur KWP sind auch auf der Webseite klimaschutz-frankfurt.de verfügbar.