Heute ist der 15.05.2026, und während die Diskussion über den Klimawandel in aller Munde ist, wird oft ein ganz bestimmtes Tier als der Sündenbock präsentiert: die Kuh. In einem kürzlich gehaltenen Vortrag in Bad Tölz hat Peter Dufter, ein ehemaliger Landwirtschaftsdirektor, mit diesen Vorurteilen aufgeräumt. Seine Argumente sind so klar wie der Geruch frischer Heu – und sie laden zum Nachdenken ein.

Dufter widmet sich seit Jahren der Rinderhaltung und hat sich tief in die Materie der Klimaerwärmung und die UN-Nachhaltigkeitsziele eingearbeitet. Er stellt klar, dass die Behauptung, Kühe seien Klimakiller, viel zu kurz greift. Ja, Rinder stoßen Methan aus – ein Gas, das klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Aber ist das wirklich der ganze Grund, warum wir eine Kuh als Feindbild aufstellen sollten? Dufter kritisiert die Forderungen nach Abschaffung von Fleisch- und Milchkonsum sowie Rinderhaltung scharf. Solche Forderungen, so meint er, ignorieren die Komplexität unserer Ernährungssysteme.

Die irreführenden Zahlen

Ein oft genannter Wert ist die Behauptung, für ein Kilogramm Rindfleisch seien 15.000 Liter Wasser nötig. Dufter hält das für irreführend, denn 94 % davon sind Regenwasser! Damit wird deutlich, dass die Rinderhaltung nicht nur einen Platz im Ernährungssystem hat, sondern auch eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielt. Rund 70 % der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen weltweit sind Grasland, und nur Wiederkäuer können dieses ungenießbare Gras in hochwertige Lebensmittel verwandeln.

Angesichts des Bevölkerungswachstums und zunehmender Extremwetterereignisse wird die Rinderhaltung sogar unverzichtbar. Fleisch und Milch liefern essentielle Aminosäuren, die unser Körper braucht. Dufter macht auch einen wichtigen Punkt: Grünland mit Wiederkäuern hat eine ökologische Bedeutung, die oft übersehen wird. Der Dung, der Tritt und die Beweidung fördern die Bodenfruchtbarkeit und die Kohlenstoffspeicherung. Dauergrünland speichert sogar 181 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar – mehr als Wald- und Ackerboden!

Ein Plädoyer für die Natur

Die Beweidung unterstützt nicht nur die Biodiversität, sondern hilft auch, die Almen offen zu halten. Grünland schützt zudem vor Erosion und verbessert die Wasserspeicherung im Boden. Das sind alles Punkte, die Dufter eindringlich anspricht. Er sieht Milch- und Fleischprodukte als wichtige Bestandteile unserer Ernährung an und wagt es sogar, den veganen Trend zu kritisieren. Hubert Weiger, ein prominenter Name in der Diskussion, bezeichnete vegane Ernährung als einen Irrweg – eine Aussage, die für einige möglicherweise provokant, für andere jedoch durchaus nachvollziehbar ist.

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In einer Zeit, in der das Bewusstsein für nachhaltige Praktiken wächst, sollten wir die Rolle der Rinderhaltung nicht vorschnell verurteilen. Es ist an der Zeit, die Vorurteile zu hinterfragen und die komplexen Zusammenhänge zu verstehen. Vielleicht sollten wir öfter einmal innehalten und uns fragen: Was ist der wahre Preis, den wir für unsere Ernährung zahlen? Ein Gedanke, der nicht nur die Kühe, sondern auch uns Menschen betrifft.