Klimawandel 2085: Wenn München mediterran wird und Berlin nach Padulle duftet
Heute ist der 24.06.2026, und wenn man einmal einen Blick auf die Zukunft wagt, wird es schnell klar: Das Klima hat sich in den letzten Jahren verändert, und das nicht zum Besseren. Mit einer interaktiven Karte namens „CityApp“ können wir einen Blick auf die Klimabedingungen werfen, die uns im Jahr 2085 erwarten könnten. Matthew Fitzpatrick, ein Umweltforscher an der Universität von Maryland, hat dieses spannende Tool entwickelt. Sie basiert auf umfangreichen Daten von über 40.500 Städten und mehr als 5.000 Metropolregionen und nutzt das statistische Verfahren der Klimaanalogie sowie Daten des IPCC – dem Intergovernmental Panel on Climate Change.
Die Karte zeigt uns nicht nur, wie sich das Klima verändern wird, sondern auch, wie die Städte der nördlichen Hemisphäre klimatisch den Städten im Süden immer ähnlicher werden könnten. Wenn wir uns die Ergebnisse anschauen, wird einem schwindelig. In 60 Jahren könnte zum Beispiel München ein italienisches Klima haben – das heißt, Sommerhitze und mediterranes Flair! Skandinavische Städte wie Oslo und Stockholm könnten sich wie Orte in Kroatien anfühlen. Und während London sich 2085 wie das Bordeaux in der Nähe von Labarde präsentieren könnte, wird Berlin dem Klima von Padulle in Italien ähneln. Wer hätte gedacht, dass wir uns einmal mit solch drastischen Veränderungen auseinandersetzen müssen?
Die Auswirkungen genauer betrachtet
Die Karte bietet zwei interessante Datensätze. In der Standardansicht sehen wir das schlimmstmögliche Szenario mit hohen Emissionen und ohne Maßnahmen gegen den Klimawandel. Hierbei wird eine Erderwärmung von rund neun Grad bis Ende des Jahrhunderts prognostiziert. Alternativ zeigt die reduzierte Emissionsansicht, was passieren könnte, wenn wir uns an die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 halten. Das macht deutlich: Die Emissionen sind entscheidend für die Ergebnisse. Und ja, die Unterschiede sind enorm!
Wien könnte sich, so die Prognosen, anfühlen wie ein Ort in der Emilia Romagna, während Hamburg klimatisch dem Marken-Gebiet in Italien ähneln wird. Essen? Das wird ein Klima haben, das den Abruzzen in Süditalien ähnlich ist. Und wenn wir uns in den Schwarzwald wagen, wird das Klima in Lahr dem in der kroatischen Urlaubsregion Istrien ähnlich sein – eine merkwürdige Vorstellung, oder?
Was bedeutet das für uns?
Die interaktive Karte „Future Urban Climates“ ist ein eindrückliches Werkzeug, um die zukünftigen klimatischen Veränderungen zu visualisieren. Doch die Ungewissheit über das zukünftige Klima in äquatornahen Regionen ist frappierend. Es gibt keinen existierenden Ort, der repräsentativ für das zukünftige Klima in Regionen wie Mittelamerika, Südflorida und Nordafrika ist. Ein Beispiel, das hervorsticht, ist N’Djamena, die Hauptstadt des Tschad. Hier wird ein Klima vorhergesagt, das „anders sein wird als alles, was sich derzeit auf der Erde findet“.
Es ist nicht nur eine abstrakte Theorie. Die Verschiebung der Klimazonen könnte uns alle betreffen – und zwar nicht nur in ferner Zukunft. Wir leben bereits mitten in den Veränderungen. Die verschiedenen Prognosen zeigen klar, dass wir handeln müssen, um die schlimmsten Szenarien abzuwenden. Es ist an der Zeit, sich mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinanderzusetzen, und diese Karte könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Wer weiß, vielleicht ist eine Reise nach Italien im Sommer 2085 für uns alle unvermeidlich.
