Heute ist der 8.06.2026 und Bonn, die Stadt, die für ihre grünen Parks und den historischen Charme bekannt ist, steht erneut im Zeichen des Klimas. Hier beginnen heute zwei Wochen voller intensiver Verhandlungen, die sich mit den brennendsten Fragen der Zeit befassen: Wie senken wir die Treibhausgasemissionen und wie gestalten wir die internationale Klimafinanzierung? Über 6.500 Teilnehmer aus 186 Ländern haben sich angemeldet, um an diesem bedeutenden Event teilzunehmen. Das ist nicht nur eine Zahl, das sind Menschen – Menschen, die sich für den Planeten einsetzen, die Hoffnung auf Veränderung haben und die bereit sind, dafür zu kämpfen.
Bundesumweltminister Schneider hat es auf den Punkt gebracht: Die UNO ist unverzichtbar für den globalen Klimaschutz. In seinen Augen ist die internationale Zusammenarbeit nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Besonders eindringlich ist die Botschaft von UNO-Klimasekretär Stiell, der die Hitzewelle in Westeuropa im letzten Mai als „brutale Erinnerung“ an die Folgen der Klimakrise bezeichnet hat. Wenn man darüber nachdenkt, wird einem klar: Die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas sowie die Abholzung der Wälder sind die Hauptursachen für das, was wir derzeit erleben. Die Wissenschaft belegt eindringlich, dass der menschengemachte Klimawandel solche extremen Wetterereignisse nicht nur wahrscheinlicher, sondern auch intensiver macht.
Weichenstellung für die Zukunft
Bonn ist nicht nur der Sitz des UNO-Klimasekretariats, das die internationale Klimapolitik koordiniert; es ist auch ein Ort, an dem die Weichen für die UN-Klimakonferenz gestellt werden. Die Bedeutung der kleinen Inselstaaten, die um das Überleben ihrer Heimat kämpfen, ist hier besonders spürbar. Sie stehen stellvertretend für viele, die die direkten Folgen der Erderwärmung schon heute zu spüren bekommen. Wie viel Hoffnung kann in diesen Verhandlungen stecken? Und wie groß ist die Verantwortung, die auf den Schultern der Entscheidungsträger lastet?
Das Ziel der internationalen Staatengemeinschaft ist klar: Die Erderwärmung soll auf deutlich unter 2 °C, möglichst sogar auf 1,5 °C, im Vergleich zum vorindustriellen Niveau begrenzt werden. Dies ist kein Wunschdenken, sondern auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierend – dem Sonderbericht des Weltklimarates über die 1,5 °C globale Erwärmung. Wenn wir uns die Entwicklung der Erdtemperatur anschauen, wird es ungemütlich: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die durchschnittliche Temperatur um circa 1,1 °C erhöht. Und wer will schon in einer Welt leben, in der wir bei einer Fortführung der bisherigen Klimaschutzmaßnahmen von einer mittleren globalen Erwärmung von 3,2 °C im Jahr 2100 sprechen müssen? Die Folgen wären verheerend, insbesondere für die ärmsten Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Der Weg nach vorn
Jetzt ist die Zeit, um zu handeln. Um das Klima zu stabilisieren, müssen die globalen Treibhausgasemissionen drastisch gesenkt werden. Der sechste Sachstandbericht des IPCC aus 2023 hat dazu klare Ansagen gemacht: Eine Reduktion um 43 % bis 2030 und 60 % bis 2035 gegenüber dem Niveau von 2019 wird als notwendig erachtet. Und der Gipfelpunkt der globalen Treibhausgasemissionen? Der muss zwischen 2020 und 2025 erreicht werden, danach muss die Kurve unbedingt nach unten zeigen.
Die Zahlen sind alarmierend: 2022 wurde ein neuer Höchststand von 57,4 Gt CO2-Äquivalent erreicht. Die Lücke zwischen dem, was wir im Moment tun, und dem, was notwendig wäre, um das 1,5 °C-Ziel zu erreichen, beträgt 24 Gt CO2eq bis 2030 und sogar 31 Gt CO2eq bis 2035. Um diese Differenz zu schließen, brauchen wir weltweit sofortige und ehrgeizige Anstrengungen – kein Wenn und Aber. Das ist die Realität, die wir nicht ignorieren dürfen.