In München braut sich etwas zusammen! Über 12.000 neue Bäume sollen in der Stadt gepflanzt werden – eine Initiative, die nicht nur das Stadtbild aufpeppen, sondern auch das Klima in der bayerischen Metropole erheblich verbessern könnte. Das Bürgerbegehren „Baumentscheid“ hat sich zum Ziel gesetzt, ein flächendeckendes Netz aus Straßenbäumen innerhalb des Mittleren Rings zu schaffen. Und auch wenn das Wetter gerade noch frühlingshaft ist, spüren wir alle die drückende Hitze, die die Stadt in den letzten Jahren immer mehr plagt. Die Initiatoren, die beiden 25-jährigen Studenten Joseph Coenen und Stefanie Günther von der TU München, haben die Sache in die Hand genommen und sammeln seit Anfang Mai Unterschriften – rund 35.000 werden benötigt, um das Vorhaben in die nächste Phase zu bringen.
Rund 100 engagierte Aktive unterstützen die Initiative, die sich in einem Land, das eine der am stärksten versiegelten Städte beheimatet, als dringend notwendig erweist. Die Bäume sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch echte Lebensretter: Sie spenden Schatten, kühlen die Luft und verbessern die Luftqualität. Trotz der Bemühungen der Stadt, mehr Bäume zu pflanzen als gefällt werden, sinkt die Gesamtzahl der Bäume in München seit Jahren. Ein echtes Dilemma! Besonders die Altstadt bleibt hiervon nicht verschont. Hier hat der Stadtrat beschlossen, in den nächsten Jahren 3.500 zusätzliche Bäume zu pflanzen, auch wenn Kritiker das geplante Baum-Programm für unzureichend halten.
Ein klarer Plan für die Zukunft
Das Bürgerbegehren strebt einen verbindlichen Maßnahmenplan zur Bestandserweiterung und -optimierung von Bäumen an gemeindlichen Straßen an. Die Ziele sind klar definiert: Ein flächendeckendes Straßenbaumnetz mit einer Baumkronenüberdeckung von mindestens 30 % im gesamten gemeindlichen Straßenraum, die Begrünung und Kühlung besonders belasteter Hitzequartiere sowie die Identifizierung neuer Baumstandorte bis 2035. Und das alles soll bis 2040 umgesetzt sein! Die Maßnahmen sollen bis ein Jahr nach Annahme des Bürgerbegehrens oder erfolgreichem Bürgerentscheid erstellt werden.
Die Stadtklimaanalyse zeigt deutlich, wo Handlungsbedarf besteht. Hitzequartiere werden definiert, in denen die Baumkronenüberdeckung weniger als 10 % beträgt – da muss gehandelt werden! Und auch die vulnerable Bevölkerung, sprich Kinder und Senioren, muss geschützt werden. Die Initiatoren haben über 100 Gespräche mit Fachleuten geführt und positive Rückmeldungen erhalten. Unterstützt wird die Initiative nicht nur von engagierten Bürgern, sondern auch von Unternehmen wie Tollwood und Patagonia. Es ist eine Bewegung, die sich über parteipolitische Grenzen hinwegsetzt, auch wenn die Initiatoren selbst Mitglieder der Grünen und CSU sind.
Die finanziellen Rahmenbedingungen
Die Kosten für diese Baumoffensive sind mit weniger als 1 % des städtischen Haushalts (ca. 120 Millionen Euro jährlich) vergleichsweise gering. Zum Vergleich: Das 3.500-Bäume-Programm schlägt mit rund 51 Millionen Euro zu Buche. Eine Finanzierung durch die EU, den Bund und den Freistaat wird angestrebt. Das Bürgerbegehren ist die erste Stufe der direkten Demokratie – wenn 3 % der Unterschriften gesammelt sind, muss die Stadt die Zulässigkeit prüfen. Sollte der Stadtrat zustimmen, wird ein Bürgerentscheid überflüssig.
Die Wissenschaft als Begleiter
Ein weiterer Aspekt, den man nicht vergessen sollte: Gesunde Vegetation ist entscheidend für die klimagerechte Transformation von Städten. Um in einem sich wandelnden Stadtklima zu überleben, sind klimaresiliente Pflanzen notwendig. Diese müssen mit speziellen Pflegemaßnahmen betreut werden, damit sie auch langfristig vital bleiben. Die Auswahl der Pflanzenarten ist also von großer Bedeutung – nicht jede Pflanze kann sich an klimabedingte Störungen anpassen. Die Stadtgrünakteure in München benötigen aktuelles und anwendbares Fachwissen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die wissenschaftliche Begleitung durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sorgt dafür, dass die richtigen Weichen gestellt werden.
Schließlich zeigt sich, dass die Bürger und Bürgerinnen Münchens nicht nur auf die Stimme der Politik warten, sondern selbst aktiv werden. Sie setzen sich für eine grünere, lebenswertere Stadt ein. Und eines ist klar: Die Zeit für Veränderungen ist jetzt!