Heute ist der 29.05.2026 und in Hamm brodelt es – nicht nur im sprichwörtlichen Sinne. Die Stadt steht im Zeichen eines groß angelegten Klima-Camps, das am 29. Mai eröffnet wurde. Hier versammeln sich Aktivisten, um für den Klimaschutz zu demonstrieren, und das ist nicht einfach nur ein läppischer Protest. Nein, es ist der größte Polizeieinsatz in der Geschichte der Stadt. Die Sicherheitskräfte sind mit einem riesigen Aufgebot vor Ort, denn die Polizei befürchtet Störer bei der bevorstehenden Demonstration vor dem Gaskraftwerk.
Das Wetter hat sich zum Glück beruhigt, die Warnungen wurden heruntergestuft – die Camp-Teilnehmer haben das Gröbste überstanden. Aufräumarbeiten laufen, aber die Stimmung unter den Aktivisten bleibt positiv. Sie sind fest entschlossen, ihre Stimme zu erheben und den Druck auf die Politik zu erhöhen. Feuerwehr und Stadtwerke haben sogar einen freiwilligen Bustransfer zur Turnhalle eingerichtet, um den Teilnehmern eine gewisse Erleichterung zu bieten.
Groß-Demo und Blockadeaktionen
Die Groß-Demo ist für morgen, den 30. Mai, um 11:30 Uhr angekündigt. Ein Schaulaufen der besonderen Art, das sich gewaschen hat! Schon jetzt sind einige Aktivisten dabei, sich auf die bevorstehenden Aktionen vorzubereiten. Beispielsweise haben rund 200 Personen das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen blockiert. Die Polizei sichert die Umgebung und prüft mögliche Straftaten – die Anspannung knistert in der Luft.
Die Gruppe „Ende Gelände“ ist ebenfalls mit von der Partie und hat eigene Aktionen im Rahmen des Klimacamps geplant. Sie wollen die Gasinfrastruktur in und um Hamm blockieren und dabei gewaltfrei bleiben. Ein hehres Ziel, das sich gegen die Energiepolitik der Bundesregierung richtet, die neue Gaskraftwerke ausschreiben und bestehende erweitern möchte. Man kann nur hoffen, dass die Teilnehmer gut vorbereitet sind – schließlich wird auf der Internetseite von „Ende Gelände“ empfohlen, Rettungsdecken, Regenplanen und Essen mitzubringen, denn die Verpflegung während der Blockaden ist nicht immer gesichert.
Greta Thunberg und die Stimmung im Camp
Greta Thunberg hat am Donnerstagmittag das Klima-Camp betreten – ein Ereignis, das viele mit Spannung erwartet haben. Doch laut einer Sprecherin des Camps sind keine öffentlichen Auftritte von Thunberg geplant. Die Aktivisten scheinen sich trotzdem von ihrer Anwesenheit beflügelt zu fühlen. Ihr Einsatz für das Klima ist unbestritten und ihre Präsenz gibt den Protestierenden einen zusätzlichen Schub. Ob sie tatsächlich an den Aktionen teilnehmen wird, bleibt jedoch unklar.
Die Aktivisten verteilen fleißig Infomaterial am Bahnhofsvorplatz in Hamm und machen auf ihre Anliegen aufmerksam. RWE, das Unternehmen hinter dem Gaskraftwerk, hat sich zur Groß-Demo geäußert und unterstützt das Recht auf friedliche Versammlungen. Aber wie lange bleibt es friedlich, wenn die Polizei Maßnahmen gegen vermummte Personen im Demozug angekündigt hat? Man kann nur spekulieren, wie sich die Lage entwickeln wird, denn die Blockadeaktionen in Mülheim an der Ruhr, darunter beim Rüstungskonzern KNDS, zeigen, wie ernst es den Aktivisten ist.
Es bleibt spannend in Hamm. Die Kombination aus einem großen Polizeieinsatz, dem Klima-Camp und dem bevorstehenden Demonstrationszug sorgt nicht nur für Verkehrseinschränkungen, sondern auch für eine aufgeladene Atmosphäre. Die Gesellschaft schaut genau hin, wie sich der zivile Ungehorsam entfaltet und welche Konsequenzen das für die Debatte um fossile Brennstoffe und erneuerbare Energien haben könnte. Die Aktivisten stehen nicht nur für sich selbst, sondern auch für eine Bewegung, die sich gegen die fossile Abhängigkeit und für eine nachhaltige Zukunft stark macht.