Die Vögel zwitschern, die ersten Sonnenstrahlen blitzen durch das Blätterdach – ja, der Frühling ist da! Und damit beginnt auch die große Zählaktion des Naturschutzbundes (Nabu), die „Stunde der Gartenvögel“. Von jetzt bis Sonntag können Vogelfreunde in ganz Deutschland ihre Beobachtungen einreichen. Doch in diesem Jahr schwebt ein Schatten über der Aktion. Eine gefährliche Krankheit bedroht besonders unsere Finken, wie Buchfinken, Gimpel und Stieglitze. Im Vorfeld der Zählung gibt es Bedenken – tote Finken wurden bereits gemeldet, und das macht uns Sorgen. Es könnte sich um Trichomonaden handeln, Schmarotzer, die für die gefiederten Freunde oft tödlich sind.
Die Zählaktion dient nicht nur der Freude am Beobachten, sondern hilft auch, den Zustand der Finkenpopulationen zu überprüfen. Futterplätze und Vogeltränken könnten sich als Seuchenherde entpuppen, und das klingt wirklich alarmierend. Christian Chwallek, ein Nabu-Experte, rät dringend dazu, das Füttern sofort einzustellen, wenn mehr als ein kranker oder sogar toter Vogel an einer Futterstelle gesehen wird. Der Erreger „Trichomonas gallinae“ ist heimtückisch: Betroffene Vögel zeigen Apathie oder sind bereits verstorben, oft direkt in der Nähe von Futterstellen. Es ist einfach schrecklich.
Alarmierende Berichte
Im Sommer erhält der NABU regelmäßig Meldungen über erkrankte oder tote Grünfinken. Genaue Zahlen gibt es nicht, doch die Infektion wurde erstmals 2009 in Deutschland festgestellt. Jedes Jahr tritt die Krankheit bei anhaltend sommerlichen Temperaturen auf und die Futter- und Wasserstellen sind ideale Ansteckungsherde. Der Erreger kann bis zu 24 Stunden in Trinkwasser überleben – das ist ein echter Schock für jeden Vogelfreund. Tägliche Reinigung reicht nicht aus, um die Ansteckungsgefahr zu bannen. Es wird empfohlen, alle Vogeltränken zu entfernen, wenn man kranke Vögel sieht.
Die Symptome sind alarmierend: schaumiger Speichel, großer Durst, und eine gewisse Furchtlosigkeit, die uns zeigt, dass die Tiere leiden. Eine medizinische Behandlung ist nicht möglich, weil die Wirkstoffe bei freilebenden Vögeln nicht dosiert werden können. Und das ist nicht nur für die Finken tragisch. Die Bestände des Grünfinken nehmen seit 2013 bundesweit stark ab. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen der NABU-Gartenvogelzählung. Ein Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Bestände und den Trichomonaden-Infektionen ist zwar möglich, aber noch nicht nachgewiesen.
Die Zählaktion und ihre Bedeutung
In der Vergangenheit haben rund 58.000 Menschen an dieser Zählaktion teilgenommen. Jeder kann mitmachen, ohne Vorkenntnisse – einfach eine Stunde lang die maximale Anzahl von Vögeln einer Art zählen, die gleichzeitig zu sehen oder zu hören sind. Das klingt nach einer tollen Möglichkeit, sich mit der Natur zu verbinden und gleichzeitig etwas für den Naturschutz zu tun! Die Beobachtungen können bis zum 18. Mai über die Webseite www.stundedergartenvoegel.de oder die Nabu-Vogelwelt-App eingereicht werden. Auf der Nabu-Homepage gibt es auch Steckbriefe der 40 gängigsten Vogelarten, einen Übungs-Vogeltrainer und sogar einen Podcast – da ist für jeden etwas dabei!
Ein naturnaher Garten mit Wildobststräuchern und abgestorbenem Holz ist langfristig die beste Unterstützung für unsere gefiederten Freunde. Die Natur braucht uns jetzt mehr denn je, und jeder von uns kann einen kleinen Beitrag leisten, um die Vögel zu schützen. Die Situation ist ernst, aber gemeinsam können wir einen Unterschied machen! Vielleicht ist das auch ein Grund, warum wir uns so sehr für die Vogelzählung engagieren – wir wollen unsere kleinen Freunde schützen und ihnen helfen, in einer immer herausfordernder werdenden Welt zu überleben.