Wenn Wasser zur Gefahr wird: Die unsichtbare Bedrohung durch kontaminiertes Löschwasser
Heute ist der 28.06.2026 und die Welt dreht sich weiter. Besonders wenn es um Umweltschutz und die Folgen von Bränden geht. Man fragt sich, wie sehr wir uns der Gefahr bewusst sind, die von kontaminiertem Löschwasser ausgeht. Wer hätte gedacht, dass Wasser, das eigentlich Leben spenden soll, nach einem Brand zur Umweltbedrohung werden kann? Ja, das ist die Realität, die wir uns stellen müssen.
Ein Beispiel, das die Problematik auf den Punkt bringt, ist der Brand in einer Chemiefabrik in Hai Phong im Jahr 2025. Diese Situation war eine echte Herausforderung. Das Löschwasser, das zur Bekämpfung der Flammen eingesetzt wurde, war nicht nur einfach Wasser. Es war durch Chemikalien, Ruß und andere Verunreinigungen belastet. Und was passierte dann? Verunreinigtes Wasser sickert in die Regenwasserkanäle und gelangt in die Gewässer. Das kann verheerende Folgen haben, und zwar nicht nur lokal. Die Absperrung von Regenwasserkanälen wurde als absolut notwendig erachtet, um eine weitere Verbreitung der Schadstoffe zu verhindern.
Die Herausforderungen der Brandbekämpfung
Die Einsatzkräfte des vietnamesischen Zentrums für Umweltkatastrophenbekämpfung mussten mobilisiert werden, um die Situation zu meistern. Mit Drohnen wurde das Gelände überwacht – eine innovative Herangehensweise. Doch die Herausforderung lag nicht nur in der Bekämpfung der Flammen, sondern auch in der Handhabung der großen Mengen an kontaminiertem Löschwasser, das nach der Brandbekämpfung gesammelt werden musste. Transport und Aufbereitung sind teuer und riskant. Die Vor-Ort-Behandlungslösungen, die zum Einsatz kamen, sollten die Effizienz steigern und das Risiko minimieren. Ein mobiles, modulares Anlagensystem wurde genutzt, um kontaminiertes Wasser direkt vor Ort zu behandeln, was den Transportbedarf reduzierte und zusätzlichen Sicherheitsraum schuf.
Doch hier kommt die crux: Brandverhütung, Brandbekämpfung und Umweltschutz müssen Hand in Hand gehen. Es ist nicht genug, nur auf das Feuer zu reagieren. Umweltexperten sollten unbedingt in die Planung von Brandbekämpfungsmaßnahmen einbezogen werden. Fehlende Koordination kann zu schwerwiegenden Umweltfolgen führen, und das will wirklich niemand. Der Gedanke, dass wir durch unzureichende Planung langfristige Schäden verursachen, sollte uns zu denken geben.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Lösungen
In Deutschland sieht die Gesetzgebung vor, dass Rückhalteeinrichtungen für Löschwasser an Orten, an denen gefährliche Stoffe gelagert werden, notwendig sind. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG, § 62) fordert die Vermeidung nachteiliger Veränderungen der Gewässerqualität. Die AwSV (§ 17) verlangt das Auffangen und die Entsorgung von wassergefährdenden Gemischen bei Betriebsstörungen. Klar, die rechtlichen Grundlagen sind komplex. Doch es gibt Konzepte, die für sichere Anlagen sorgen sollen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Großbrand in einem Kühlhaus, bei dem Butter und Eiscreme mit kontaminiertem Löschwasser vermischt wurden, hat umwelttechnische Schäden verursacht und 1,5 Millionen Euro gekostet. Auch ohne wassergefährdende Stoffe ist die Gefahr gegeben, dass im Brandfall solche Stoffe freigesetzt werden. Deswegen müssen Systeme zur Löschwasserrückhaltung alle potenziell wassergefährdenden Medien berücksichtigen.
Die Mall GmbH hat Rückhalteeinrichtungen entwickelt, die bereits die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen haben. Und das ist wichtig, denn die Zuständigkeiten sind oft unklar. Es gibt zwar die Löschwasser-Rückhalte-Richtlinie (LöRüRl), doch die ist bereits 32 Jahre alt und wird nicht überall angewendet. Ein aktueller Leitfaden des VCI zur Löschwasserrückhaltung bietet Risikoabschätzungen, die den Anforderungen der AwSV entsprechen. Es gibt also Ansätze, die helfen können, aber es braucht auch einen Umdenkprozess in der Industrie.
Die Gedanken um das Thema Umweltschutz und Brandbekämpfung sind ein ständiges Ringen um das richtige Gleichgewicht. Es ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Verantwortung. Jeder Brand ist nicht nur eine Gefahr für das Gebäude, sondern auch für die Umwelt. Und das sollten wir nicht aus den Augen verlieren.
