Moore sind nicht nur ein faszinierendes Biotop, sie spielen auch eine entscheidende Rolle im Klimaschutz. Sie speichern bis zu fünfmal mehr Kohlenstoff pro Quadratmeter als Wälder und sind somit unverzichtbar im Kampf gegen die Klimakrise. In Sachsen, wo die Moore nur etwa 2,5 % der Landesfläche ausmachen, ist der Zustand jedoch alarmierend. Der Umweltverband BUND fordert mehr Anstrengungen zum Moorschutz, denn das, was von den naturnahen Mooren übrig geblieben ist, ist nur ein Bruchteil der ursprünglichen Fläche.
Felix Ekardt, der Vorsitzende des BUND Sachsen, hat kürzlich darauf hingewiesen, dass die Moorschutzmaßnahmen über die aktuellen Modellprojekte hinausgehen sollten. Momentan gibt es in Sachsen etwa 47.000 Hektar Moore und organische Nassstandorte, aber nur rund 586 Hektar davon sind echte Moorbiotope. Das ist einfach nicht genug! Es ist ein offenes Geheimnis, dass entwaldete Moore jährlich rund 50 Millionen Tonnen CO₂ emittieren – das sind fast 7 % aller Emissionen in Deutschland. Und das macht die Sache noch dringlicher!
Die Herausforderungen der Revitalisierung
Ein Konzept der sächsischen CDU-SPD-Koalition für die Moorflächen soll Ende des Jahres vorgestellt werden. Dieses Konzept hat einen fachlich empfehlenden Charakter und versucht, CO₂-Reduktion, Ökosystemleistungen und landwirtschaftliche Produktion in Einklang zu bringen. Doch konkrete Ziele stehen noch aus. Die Herausforderungen sind komplex: Eigentumsverhältnisse, Finanzierung und die Konflikte mit anderen Nutzungen bremsen die Wiedervernässung. Dabei ist die Revitalisierung der Moore eine langwierige Angelegenheit. Der Zustand entwässerter Flächen verschlechtert sich stetig, aber wo Wiedervernässungsmaßnahmen durchgeführt wurden, zeigen sich bereits erste Anzeichen einer Stabilisierung.
In der Mothäuser Heide und im Dubringer Moor sind aktuelle Moorschutzprojekte aktiv. Und nicht zu vergessen, die neue Beratungsstelle für Moorschutz, die bis Ende 2032 aktiv sein wird. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung! Im Forstbezirk Eibenstock wird ein 10 Hektar großes Waldstück, das im 19. Jahrhundert entwässert wurde, wieder vernässt. Stauwerke sollen errichtet und alte Gräben verfüllt werden, um das Gebiet in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.
Die Bedeutung der Moore für Biodiversität und Klima
Moore sind nicht nur CO₂-Speicher; sie sind auch Heimat für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, die an diese speziellen Lebensräume angepasst sind. Die Bedeutung der Moore für die Biodiversität ist enorm – sie sichern die Stabilität der Ökosysteme und spielen eine zentrale Rolle bei der Wasserspeicherung. Sogar das 30-fache ihres Trockengewichts können sie an Wasser aufnehmen! Das hilft nicht nur, Überschwemmungen abzumildern, sondern trägt auch zur Regulierung des Wasserhaushalts bei.
Die Situation in Deutschland ist jedoch kritisch: Über 90 % der ursprünglich rund 1,5 Millionen Hektar Moor gelten als trockengelegt. Diese zerstörten Moore tragen zur Klimakrise bei, indem sie CO₂ emittieren, anstatt es zu speichern. Hier ist der NABU am Start und fordert den Stopp der Zerstörung von Moorgebieten sowie die Renaturierung bereits geschädigter Moore. Auch die EU hat mit Projekten wie „LIFE Multi Peat“ und „LIFE Peat Restore“ Initiativen ins Leben gerufen, die darauf abzielen, die Moore bis 2050 wiederherzustellen und CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Am 9. November soll das EU-Renaturierungsgesetz im Trilogverfahren beschlossen werden. Ein weiterer Schritt, der die Bedeutung des Moorschutzes auf politischer Ebene unterstreicht. Jeder Einzelne von uns kann zum Moorschutz beitragen, etwa durch den bewussten Kauf von torfhaltigen Alternativen beim Blumenerde-Einkauf. Es ist an der Zeit, dass wir uns alle für den Erhalt dieser wertvollen Ökosysteme einsetzen – für unser Klima, unsere Biodiversität und letztlich für uns selbst.