Heute ist der 12.07.2026. In Deutschland scheint sich ein bemerkenswerter Trend abzuzeichnen: Immer mehr Menschen denken darüber nach, ihr Erbe in die Hände gemeinnütziger Organisationen zu legen. Laut aktuellen Umfragen, die im Rahmen des Deutschen Spendenmonitors ermittelt wurden, ziehen fast 20% der Personen zwischen 50 und 70 Jahren in Betracht, eine solche Entscheidung zu treffen. Besonders kinderlose Menschen, über ein Drittel von ihnen, zeigen ein starkes Interesse daran, ihr Vermögen für gute Zwecke einzusetzen. Das spricht Bände über den Wunsch, über den Tod hinaus Werte zu bewahren und die Welt ein Stück weit besser zu hinterlassen.

Umweltschutz steht an der Spitze der Anliegen, wenn es um gemeinnütziges Vererben geht. Aber in Hessen, wo die Umfrage durchgeführt wurde, ist der Umwelt- und Naturschutz der beliebteste Zweck. Hier geben 73,1% der Befragten an, ihr Erbe nachhaltig anlegen und damit etwas Bleibendes schaffen zu wollen. Klingt fast wie ein Aufruf an alle, die noch darüber nachdenken, was mit ihrem Vermögen geschehen soll. Und das ist nicht nur ein leeres Gerede: Im Jahr 2022 verzeichneten 26 Mitgliedsorganisationen der Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ einen Rekordwert von 148 Millionen Euro aus Erbschaften. In nur vier Jahren kamen sogar über 570 Millionen Euro zusammen! Das sind Zahlen, die im Gedächtnis bleiben.

Motivation und Bereitschaft

Die Beweggründe für ein gemeinnütziges Vererben sind oft ideeller Natur. 34% der Befragten möchten, dass ihre Werte über den Tod hinaus bestehen bleiben, während 29% verhindern wollen, dass ihr Vermögen einfach in den Staatskassen verschwindet. Und die Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl einzusetzen, ist besonders stark bei den evangelisch geprägten Menschen, die mit 22,4% eher bereit sind, zu vererben, während es bei Katholiken nur 17% sind. Ein interessanter Unterschied, der die Vielfalt der kulturellen und religiösen Hintergründe in Deutschland widerspiegelt.

Doch es gibt auch Stimmen, die Bedenken äußern. 72% der Befragten möchten ihre Angehörigen versorgen, und über 20% glauben, ihr Erbe sei zu klein, um etwas zu bewegen. Manchmal gibt es diesen nagenden Gedanken: „Was kann ich schon bewirken?“ Aber wie wichtig ist es, das eigene Vermögen sinnvoll zu nutzen? Gerade in einer Zeit, in der der Klimaschutz zunehmend an Bedeutung gewinnt, könnte es doch der richtige Weg sein, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen.

Ein wachsendes Potenzial

Der Deutsche Fundraising Verband hat erkannt, dass das Potenzial für Nachlass-Fundraising enorm ist. Jährlich werden in Deutschland rund 400 Milliarden Euro vererbt. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2026 hat ein Volumen von rund 524 Milliarden Euro. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer brachte dem Staat im vergangenen Jahr 13 Milliarden Euro ein – ein beachtlicher Betrag, der zeigt, wie wichtig das Thema auch für die Gesellschaft ist. Doch die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung bleibt hinter diesen Zahlen zurück: Das Spendenaufkommen lag bei nur 5,2 Milliarden Euro. Hier gibt es also ein großes, ungenutztes Potenzial!

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Immer mehr Organisationen beginnen, das Thema Nachlass-Fundraising in ihre Strategien zu integrieren. Seminare zur Testamentsgestaltung und Patientenverfügungen werden angeboten, und die Thematisierung auf Websites zeigt, dass es Möglichkeiten gibt, gemeinnützig zu vererben. Das ist der Weg, auf dem wir als Gesellschaft mehr Bewusstsein für das Thema schaffen müssen. Denn letztlich ist es nicht nur eine finanzielle Entscheidung, sondern auch eine, die unser Erbe und unsere Werte prägt.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklung weiter gestalten wird. Die Bereitschaft, für die Zukunft und das Gemeinwohl zu handeln, ist da. Und das ist ein Grund zur Hoffnung! Vielleicht wird der Gedanke, sein Erbe nachhaltig zu gestalten, bald auch im Alltag vieler Menschen verankert sein. Die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ bietet bereits Unterstützung und Informationen für alle, die diesen Schritt gehen möchten. Wer weiß, vielleicht ist das der Anfang von etwas ganz Großem – für uns und für die Welt!