Heute ist der 14.06.2026 und während die Welt weiterhin mit den Folgen des Klimawandels kämpft, gibt es auch in Deutschland spannende Entwicklungen in der Landwirtschaft. Ein besonders bemerkenswertes Beispiel dafür ist der Ingweranbau, der dank steigender Temperaturen in unseren Breiten Fuß fasst. Ursprünglich aus den Tropen und Subtropen stammend, hat sich dieser aromatische Wurzelstock den Weg in die Gärten und Folientunnel von deutschen Landwirten gebahnt. Und wie es der Zufall will, wird im baden-württembergischen Deizisau ein Pionier des deutschen Ingweranbaus aktiv: Michael Eberhardt.

In seinem Folientunnel, wo die Temperaturen konstant bei idealen 29 Grad liegen und die Luftfeuchtigkeit hoch ist, experimentiert Eberhardt mit der Anzucht von Ingwer. Er hat zuvor Erdbeeren und Spargel kultiviert, aber der Klimawandel hat ihm neue Möglichkeiten eröffnet. „Learning by doing“ ist hier das Motto, denn es gibt kaum Vorbilder in Deutschland. Eberhardt nutzt eine peruanische Bioknolle als Mutterknolle und beobachtet, wie seine Pflanzen sich entwickeln. Der baden-württembergische Ingwer hat eine hellere Farbe, manchmal sogar einen rosa Schimmer, und eine zartere Schale als der importierte Ingwer. Geschmacklich ist er saftiger und weniger scharf – eine wahre Entdeckung für den Gaumen!

Neue Perspektiven durch den Klimawandel

Die Ernte ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Der Preis für deutschen Ingwer schlägt mit etwa 29 Euro pro Kilo im Hofladen zu Buche, während er über den Großmarkt für rund 15 Euro erhältlich ist. Dieser höhere Preis ergibt sich aus der reinen Handarbeit und der Notwendigkeit, den Boden nach jeder Saison zu regenerieren. Und das sind nicht nur leere Worte: Kunden sind bereit, diesen Preis für regionalen Ingwer zu zahlen, weil sie die Qualität und Frische schätzen.

Martine Schraml vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg hat festgestellt, dass höhere Temperaturen auch andere Kulturen ermöglichen, wie Chia, Erdnüsse, Kichererbsen und Süßkartoffeln. Es ist wirklich faszinierend, wie sich die heimischen Anbaubedingungen verändern. Die heimischen Kulturen reifen schneller, und das bietet Landwirten wie Eberhardt die Chance, mit neuen Produkten zu experimentieren.

Weltweite Ingwerproduktion und Anbaubedingungen

Während Deutschland also den Ingwer entdeckt, sieht die weltweite Situation ganz anders aus. Die größten Produzenten sind Indien mit 33% der Weltproduktion, gefolgt von China (20%) und Nigeria (8%). Diese Länder profitieren von den idealen klimatischen Bedingungen: Temperaturen zwischen 20 °C und 35 °C, ausreichender Niederschlag und genügend Sonnenlicht sind die Schlüssel zum Erfolg. Ingwer benötigt zudem gut durchlässige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 – das sind Bedingungen, die in Deutschland oft nicht einfach zu realisieren sind. Dennoch hat Eberhardt mit seinem Folientunnel einen Weg gefunden, diese Herausforderungen zu meistern.

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Die verschiedenen Anbaumethoden, die weltweit genutzt werden, reichen von traditionellen Techniken bis hin zu modernen hydroponischen Verfahren. In Deutschland wird der geschützte Anbau immer wichtiger, um bessere Kontrolle über die Wachstumsbedingungen zu haben. Ein Anbauratgeber von Anna-Sophie Wild und Anna Derler, der 2025 veröffentlicht wurde, zielt darauf ab, Wissenslücken im Ingweranbau zu schließen und Landwirten und Gärtnern wertvolle Einblicke zu geben.

Die Kombination aus regionalem Anbau und der Möglichkeit, neue Kulturen auszuprobieren, ist nicht nur ein Zeichen der Anpassungsfähigkeit, sondern auch ein Schritt in eine nachhaltigere Zukunft. Eberhardt plant, seine Ingwerproduktion weiter zu steigern, und wir sind gespannt, wo diese Reise noch hinführt. Wer weiß? Vielleicht können wir bald in jedem deutschen Garten frischen Ingwer ernten!