Heute ist der 26.06.2026, und während ich hier sitze und über die gegenwärtige Hitzewelle nachdenke, die West- und Mitteleuropa fest im Griff hat, drängt sich mir eine Frage auf: Wie viel von dem, was wir erleben, ist wirklich der Natur geschuldet und wie viel haben wir selbst dazu beigetragen? Die Antwort ist nicht nur aufschlussreich, sie ist auch alarmierend. Laut den neuesten Studien wäre diese Hitzewelle ohne den Klimawandel praktisch ausgeschlossen gewesen. Vor 50 Jahren wäre eine solche Tages- und Nachttemperatur „praktisch unmöglich“ gewesen. Hitzewellen in einem früheren Klima hätten rund 3,5 Grad weniger auf dem Thermometer angezeigt.

Forscher der Organisation World Weather Attribution, unter der Leitung von Friederike Otto vom Imperial College London, haben sich intensiv mit den jüngsten Extremwetterereignissen beschäftigt. Sie vergleichen beobachtete Daten mit historischen Daten und modellieren Szenarien ohne den Einfluss der Erderwärmung. Was dabei herauskam, ist erschreckend: Hohe Nachttemperaturen sind heute etwa 100-mal wahrscheinlicher als noch 2003! Und auch die Tageshöchsttemperaturen sind etwa zehnmal wahrscheinlicher geworden. El Niño? Nun, der hat keinen signifikanten Einfluss auf die aktuelle Hitzewelle in Europa. Das ist nicht nur Wissenschaft, das ist die brutale Realität, die wir nicht länger ignorieren können.

Die Realität der Extremwetterereignisse

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass der Klimawandel auch weiterhin für häufigere Extremwetterereignisse verantwortlich sein wird. Im Jahr 2025 kam es zu einer Zunahme von Dürren, Hitzewellen, Wirbelstürmen, Überschwemmungen und Waldbränden, die alle direkt mit der Erderwärmung in Verbindung stehen. Es ist kaum zu fassen, dass trotz der günstigen Voraussetzungen für ein kühleres Jahr – wie etwa das Fehlen von El Niño und kühlere Meeresoberflächen – die globalen Temperaturen aufgrund menschlicher Treibhausgasemissionen außergewöhnlich hoch blieben. Theodore Keeping, ein Klimawissenschaftler am Imperial College London, bringt es auf den Punkt: Der Einfluss des Klimawandels auf Wetterextreme ist unbestreitbar.

Die Prognosen für 2025 zeichnen ein düsteres Bild: Es wird als das zweit- oder drittheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen angesehen. Die genauen Werte werden im Januar 2026 veröffentlicht. Seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens ist die weltweite Durchschnittstemperatur um 0,3 Grad gestiegen – und damit auch die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse. Im Schnitt gab es seitdem jährlich elf zusätzliche heiße Tage, Hitzewellen sind zehnmal wahrscheinlicher geworden. 157 Extremwetterereignisse wurden allein im Jahr 2025 erfasst, wobei Überschwemmungen und Hitzewellen die häufigsten waren.

Die menschlichen Kosten

Hier wird es wirklich tragisch: Hitzewellen gelten als die tödlichsten Extremwetterereignisse. Im Jahr 2025 forderten sie in Europa 24.400 Menschenleben – tragisch, wenn man bedenkt, dass zwei Drittel dieser Menschen ohne den Klimawandel überlebt hätten. Besonders hart trifft es die ärmsten und verletzlichsten Gesellschaften, darunter vor allem Frauen und Mädchen in diesen Regionen. Ihr Leid bleibt oft ungehört, während der Rest der Welt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinandersetzt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein weiteres Beispiel, das uns die grausame Realität vor Augen führt: Der Hurrikan Melissa, der im Oktober 2025 Jamaika traf, war der stärkste seit 1851 und führte zu unzähligen Todesfällen und immensen Schäden, selbst trotz guter Vorbereitung. Wissenschaftler fordern schon lange eine schnelle Abkehr von fossilen Energien, denn jedes Molekül Treibhausgas trägt weiter zur Erderwärmung bei. Wir müssen uns fragen: Wie lange können wir noch so weitermachen?

Es ist an der Zeit, dass wir uns der brutalen Realität des Klimawandels stellen und die notwendigen Schritte unternehmen. Weitere Informationen finden Sie auf Spiegel.de. Es liegt an uns, die Weichen zu stellen – für uns und für zukünftige Generationen.