Heute ist der 18.06.2026 und wir stehen am Scheideweg der Luftfahrtpolitik in Europa. Die Luftfahrtbranche, einst stolz auf ihre Innovationskraft, wird derzeit durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs stark unter Druck gesetzt. Kerosinpreise – ja, die haben sich glatt verdoppelt! – und die Streichung von zehntausenden Flügen sind mehr als nur alarmierende Nachrichten. Lufthansa hat beispielsweise rund 20.000 Flüge bis Oktober gecancelt. Das ist kein Scherz, das sind echte Auswirkungen auf die Reisenden und die Fluggesellschaften selbst.

Inmitten dieser Turbulenzen gibt es Forderungen, die klima­politischen Auflagen zu lockern. Doch das ist ein Missverständnis der Situation. Es ist ein bisschen so, als würde man bei einem Sturm das Segel setzen, anstatt den Anker zu werfen. Die EU wird voraussichtlich 2026/27 entscheiden, ob die Ausnahmeregelung für internationale Flüge im Emissionshandelssystem (ETS) endet. Eine Entscheidung, die weitreichende Folgen für das Klimaziel 2040 haben könnte und auch die Glaubwürdigkeit der europäischen Klimaarchitektur auf die Probe stellt.

Ein engmaschiges Netz aus Regelungen

Die Luftfahrtbranche sieht sich nicht nur mit steigenden Kerosinpreisen konfrontiert, sondern auch mit einem drohenden Kerosinengpass. ACI Europe und die Internationale Energieagentur warnen davor, dass ein Drittel des in Europa getankten Kerosins importiert wird. Das ist ein gewaltiger Risikofaktor, der nicht ignoriert werden kann. Und während die Preise für nachhaltige Luftfahrttreibstoffe (SAF) ebenfalls steigen, kann man sich fragen, ob die Argumentation der Luftfahrtbranche gegen schärfere Regulierungen nicht etwas ins Wanken gerät.

ACI Europe fordert eine Aussetzung von Luftverkehrsteuern und die Fluggesellschaften verlangen eine Abschwächung bestehender klimapolitischer Instrumente. Es wird immer deutlicher, dass ein Umdenken erforderlich ist. Das EU-Emissionshandelssystem setzt eine Obergrenze für Emissionen, während CORSIA, das globale Ausgleichssystem für internationale Flüge, bis 2027 vorläufig bleibt. Die Luftfahrt hat sich in der Vergangenheit zu CORSIA bekannt, doch nun wird eine Stärkung des Systems gefordert, um eine Ausweitung des ETS zu verhindern.

Ein Schritt in die richtige Richtung?

Wie bringt man nun die Luftfahrt und die Klimaziele unter einen Hut? Hier kommt die Europäische Kommission ins Spiel. Sie hat Daten zur Berechnung der Kraftstoffpreise veröffentlicht, die eine wichtige Grundlage für die Implementierung des EU ETS-Unterstützungsmechanismus für nachhaltige Flugkraftstoffe darstellen. Das Ziel ist klar: Fluggesellschaften sollen die Preisdifferenz zu fossilem Kerosin ausgleichen können. Am 26. Mai 2025 wurde eine Mitteilung veröffentlicht, die diese Differenz beschreibt und somit einen bedeutenden Schritt zur Aktivierung des ETS für die Luftfahrt darstellt.

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Fluggesellschaften, die SAF auf ETS-unterstützten Flügen einsetzen, können sogar kostenlose Zuteilungen erhalten. Das klingt doch fast zu schön, um wahr zu sein! Nationale Behörden werden nun die Zuteilungen für förderfähige Betreiber berechnen und die Kommission plant, die endgültigen Zuteilungsentscheidungen bis zum 31. August zu veröffentlichen. Das alles unterstützt eine einheitliche Anwendung in den Mitgliedstaaten und fördert sauberere Kraftstoffe im Einklang mit den Klimazielen der EU.

Ein Blick in die Zukunft

Die vollständige Integration der Luftfahrt in das ETS könnte nicht nur zusätzliche Einnahmen für Klimainvestitionen generieren, sondern auch die CO2-Emissionen der Luftfahrt langfristig auf Netto-Null senken. CO2-Entnahme wird als unverzichtbar für die Luftfahrtpolitik angesehen, um Restemissionen auszugleichen. Die EU ist gefordert, die Abhängigkeit von traditionellen Kompensationskrediten nicht weiter zu verfestigen. Stattdessen sollte der Fokus auf ETS-Integration, dem Hochlauf von SAF und einer transparenten CDR-Strategie liegen.

Eines ist klar: Die Krise darf nicht als Vorwand genutzt werden, um ETS oder ReFuelEU zu schwächen. Die Hauptursache für Kostenerhöhungen bleibt die Volatilität fossiler Energien. In der Luftfahrtpolitik ist ein Umdenken nötig, um auch in stürmischen Zeiten Kurs zu halten. Die Entscheidungsträger stehen vor der Herausforderung, die Luftfahrt nachhaltig zu gestalten – und das erfordert Mut und Weitsicht.