Die Dänen haben es nicht leicht. Auf der einen Seite stehen König Frederik und Königin Mary, die gerade zur Feier des 80. Geburtstags von König Carl Gustaf nach Stockholm flogen, und auf der anderen Seite die Kritik von Klimaschützern, die nicht müde werden, auf die ökologischen Folgen ihrer königlichen Reisen hinzuweisen. Während das royale Paar in den Wolken schwebte, schipperte die königliche Yacht „Dannebrog“ ohne sie nach Stockholm – ein Doppeltransport, der bei vielen für Stirnrunzeln sorgte.

Die „Dannebrog“ ist nicht nur irgendein Schiff. Sie ist ein Stück dänischer Geschichte, 1932 in Dienst genommen und seitdem als schwimmende Residenz für die königliche Familie in Gebrauch. Aber die Zahlen, die in den letzten Monaten aufgetaucht sind, sind alles andere als königlich: 156 Kubikmeter Diesel in nur sechs Monaten, das entspricht einem CO2-Ausstoß von etwa 400 Tonnen. Um das in Perspektive zu setzen: Das ist fast so viel wie 4750 Flüge nach Berlin! Ein Klimafachmann zeigte sich besorgt und nannte den Vorgang „bedauerlich“.

Tradition trifft auf Klimakritik

Die „Dannebrog“, die 1931 von Königin Alexandrine getauft wurde, ist nicht nur die offizielle und private Residenz des dänischen Königshauses, sondern auch ein Marineschiff, das bei der Seeüberwachung und im Rettungsdienst eine Rolle spielt. Mit einem Rumpf aus genietetem Stahl und einem Mix aus historischen und modernen Ausstattungen hat das Schiff eine lange und bewegte Geschichte. Es hat über 800.000 Seemeilen zurückgelegt und viele dänische und europäische Häfen besucht.

Doch die Kritik wird nicht leiser. 2024 verbrauchte die „Dannebrog“ 283.000 Liter fossilen Brennstoffs – der höchste Verbrauch seit 2015. Jacob Sørensen von der Umweltbewegung NOAH äußerte sich besorgt über die vermeintliche Doppelmoral des Königspaares. Frederik X. selbst hat in seinem Buch „Kongeord“ betont, dass es sein Ziel sei, den Planeten in gutem Zustand an die nächste Generation zu übergeben. Doch wie passt das zusammen mit der Nutzung eines über 40 Jahre alten Motors, der keine modernen Partikelfilter hat? Die Pressesprecherin des Königshauses, Nina Munch-Perrin, wies darauf hin, dass man sich des Dilemmas bewusst sei und bereits alternative Kraftstoffe prüfe.

Ein Schiff mit vielen Facetten

Die „Dannebrog“ ist mehr als nur ein Transportmittel. Sie ist ein Symbol für die dänische Monarchie und wird auch für die Ausbildung neuer Wehrpflichtiger genutzt. Jedes Jahr steigen rund 3.300 Wehrpflichtige an Bord, um praktische Aufgaben zu übernehmen. Die Besatzung besteht aus handverlesenen Mitgliedern der dänischen Marine, und während der Reisen des Königs wird die Mannschaft sogar um 27 Personen des königlichen Haushalts verstärkt. Das Schiff hat eine eigene militärische Schiffskennung und ist in der dänischen Marine als eigenständiges Kommando organisiert – eine ganz besondere Ehre!

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Und trotzdem bleibt die Frage: Ist es wirklich zeitgemäß, auf diese Art und Weise unterwegs zu sein? Kritische Stimmen werden lauter, und es bleibt abzuwarten, wie das dänische Königshaus auf den Druck reagieren wird. Die Sommersaison hat gerade begonnen, und die Reisepläne des Königspaares sind bereits in der Mache. Wo wird die „Dannebrog“ sie dieses Mal hinführen? Die Antwort bleibt spannend, während sowohl die Royals als auch die Klimaschützer die Wellen schlagen.