In Frankreich hat sich etwas ganz Spannendes getan! Am 1. Januar 2024 wurde die „Location sociale de voitures électriques“ eingeführt, also die soziale Vermietung von Elektroautos. Und die Resonanz? Unglaublich! Innerhalb von nur sechs Wochen haben 50.000 Haushalte ein E-Auto bestellt – das hat die Erwartungen der Regierung gleich mal doppelt übertroffen. Für Mietpreise zwischen 100 und 150 Euro pro Monat bekommt man hier Kleinwagen oder Familienautos. Das nenne ich mal ein Angebot, das man nicht ablehnen kann!

Nachdem es eine etwas zurückhaltende zweite Welle im Vorjahr gab, die aber dennoch das Ziel erreichte, hat Paris die Pläne konkretisiert und will das Programm bis 2026 fortsetzen. Der Erfolg in Frankreich hat auch in Luxemburg für ordentlich Polit-Power gesorgt. Im Koalitionsabkommen von 2023 hat die CSV-DP-Koalition angekündigt, dass alle Bürger die Möglichkeit haben sollen, auf eine Null-Emissionen-Mobilität umzusteigen. Hört sich gut an, oder? Im nationalen Energie- und Klimaplan (PNEC) von 2024 wurde sogar das „Leasing social automobile“ aufgenommen. Serge Wilmes, der Minister für Umwelt, Klima und Biodiversität, hat bestätigt, dass ein Sozialleasing für gefährdete Haushalte eingeführt werden soll. Allerdings bleibt abzuwarten, ob wir noch in diesem Jahr mit den konkreten Plänen rechnen können.

Ungleichheiten im Blick

Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass es hier noch einige Hürden zu überwinden gibt. Bisher profitieren die E-Prämien für die E-Mobilität vor allem die Besserverdienenden. Zwei Drittel der Prämien gingen an Haushalte mit einem Nettoeinkommen über 4.500 Euro pro Monat. Das ist ganz schön ungerecht, vor allem, wenn man bedenkt, dass gerade Menschen mit geringem Einkommen unter den steigenden Energiepreisen leiden. Ein Vorschlag von T&E könnte hier Abhilfe schaffen: die Einführung eines Social Leasing, das gezielt diese Ungleichheiten adressiert. Anspruchsberechtigt sollen Menschen bis zum vierten Einkommensdezil sein, die keine Alternative zum Auto haben. Das klingt doch fair!

Um sicherzustellen, dass nicht wohlhabendere Haushalte den Zugang dominieren, wird ein gestaffeltes Antragsverfahren vorgeschlagen. In Frankreich gab es ein ähnliches Programm, das schnell ausverkauft war – mit einer Einkommensgrenze von 15.400 Euro und spezifischen Anforderungen an die Nutzung des Fahrzeugs. Hierzulande könnten Schätzungen zufolge zwischen 30.000 und 100.000 Fahrzeuge gefördert werden, was nicht nur der Nachfrage, sondern auch dem Klimaschutz und dem Gebrauchtwagenmarkt zugutekommen könnte. Allerdings gibt es auch Bedenken: Eine E-Autoprämie könnte indirekt chinesische Hersteller subventionieren, da deren Fahrzeuge oft günstiger sind.

Der Weg zur Umsetzung

Die Bundesregierung hat Pläne für eine neue Prämie für E-Autos, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen und den Hochlauf der E-Mobilität zu fördern. Klingt vielversprechend, aber die Umsetzung von Social Leasing ist komplex. Bonitätsprüfungen und Einkommensnachweise müssen geregelt werden, und es bleibt unklar, welche Institution das Fördermodell umsetzen soll. Vielleicht könnte die BAFA, die schon beim Umweltbonus überlastet war, hier eine Rolle spielen?

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Um auch einkommensschwachen Haushalten den Zugang zu erleichtern, wäre eine Förderung der Ladeinfrastruktur sinnvoll. Zudem könnte eine Kombination aus Förderung neuer Fahrzeuge und Abwrackprämien für alte Verbrenner die emissionsarme Mobilität ankurbeln. Ein Vorschlag ist, die Förderung auf kleine Fahrzeuge zu fokussieren, um die europäische Automobilproduktion zu stärken. Der VDA hat den Vorschlag für Social Leasing begrüßt, fordert aber eine schnelle Umsetzung von der Regierung. Die Verbraucher warten gespannt auf die nächsten Schritte der Koalition!