Heute ist der 2.06.2026. In der Welt der Klimaforschung gibt es ernste Sorgen. Und das nicht nur in Deutschland. Die Situation in den USA, die unter Donald Trump eine ablehnende Haltung gegenüber dem Klimawandel eingenommen hat, ist besorgniserregend. Am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel schaut man mit einem mulmigen Gefühl über den großen Teich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit sind in Alarmbereitschaft, denn wichtige Forschungsdaten stehen auf der Kippe.

Die Entlassungen und Budgetkürzungen, die in Trumps zweiter Amtszeit stattfanden, haben fatale Folgen. Die US-Wissenschaftsgemeinschaft ist stark betroffen. Daten, die in den USA gespeichert oder erhoben werden, sind gefährdet. Das hat nicht nur Auswirkungen auf lokale Projekte, sondern auch auf globale Forschungen. Sören Lorenz vom GEOMAR beschreibt die Lage als ein Puzzle, bei dem entscheidende Teile fehlen. Wenn diese Teile verloren gehen, könnte das die Forschungen über den Klimawandel und andere Umweltfragen erheblich beeinträchtigen.

Datenverlust und internationale Zusammenarbeit

Besonders alarmierend ist, dass bereits einige US-Datenplattformen abgeschaltet werden sollen. Diese Plattformen beinhalten zentrale Informationen zu globalem Klimawandel und Meeresspiegelveränderungen. Der AWI-Pressesprecher Roland Koch bestätigt, dass einige Daten schon jetzt nicht mehr zugänglich sind oder im Mai entfernt wurden. Das betrifft unter anderem Daten von der NOAA, die für das Verständnis von Wetterereignissen und Luftschadstoffen von großer Bedeutung sind.

Fehlende Daten könnten die Präzision von Frühwarnsystemen und Klimamodellen beeinträchtigen. Wolfgang zu Castell vom GFZ warnt vor „Löchern auf der Karte“ in den globalen Messnetzen. Das klingt fast schon wie ein Science-Fiction-Szenario, ist aber bittere Realität. Um dem entgegenzuwirken, haben deutsche Forschungseinrichtungen begonnen, Sicherungskopien dieser gefährdeten US-Datenbestände zu erstellen – darunter mehrere Hundert Terabyte, die geradezu nach einem digitalen Rettungsboot schreien.

Der Zustand der US-Forschung

Die Umstrukturierungen in den US-Behörden gehen Hand in Hand mit systematischen Einschränkungen, die nicht nur die Forschung selbst, sondern auch internationale Kooperationen betreffen. Die US-Behörden schränken den Austausch mit Europa ein, was die Zusammenarbeit zusätzlich erschwert. Das ist ein herber Schlag für die Wissenschaftler, die auf diesen Austausch angewiesen sind. Dennoch – der Kontakt zwischen deutschen und US-Forschern funktioniert weiterhin gut. Man bleibt in Verbindung, auch wenn die Umstände alles andere als ideal sind.

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Ein weiterer Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte: Während einige US-Wissenschaftler nach unabhängig finanzierten Stellen suchen oder ins Ausland gehen, wie nach Frankreich, sind die deutschen Forscher in der glücklichen Lage, ohne Schwierigkeiten in die USA einreisen zu können. Das gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer in einer ansonsten düsteren Lage.

Die Warnungen sind unüberhörbar. Die Forschungslandschaft in den USA droht zu erodieren, Universitäten und Forschungsprojekte stehen auf der Kippe. Proteste von Wissenschaftlern gegen die Kürzungen sind zwar selten, aber sie gab es – ein Zeichen dafür, wie sehr die Situation viele beschäftigt. Deutsche Einrichtungen engagieren sich aktiv für die Rettung dieser Daten, denn sie wissen, dass ohne diese Informationen die gesamte Forschung gefährdet ist.

Das Bundesforschungsministerium hat die Abhängigkeiten der deutschen Wissenschaft von US-Daten und -Datenbanken im Blick. Die Diskussion über die Notwendigkeit europäischer Souveränität in der Forschung hat an Bedeutung gewonnen. In einer Zeit, in der geopolitische Entwicklungen die Landschaft verändern, ist es wichtiger denn je, sich gegenseitig zu unterstützen und zusammenzuarbeiten. Auch wenn der Weg steinig ist, sind die Bemühungen nicht umsonst – sie sind der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Zukunft.