Es gibt viele spannende Aspekte, die sich um die Ernährung und den Klimawandel ranken. Eine internationale Studie hat jetzt ans Licht gebracht, dass Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 11 und 29 Jahren weltweit die höchsten ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen pro Kopf verursachen. Das ist eine ziemlich erschreckende Erkenntnis, wenn man bedenkt, dass diese Altersgruppe oft als Vorreiter für Veränderungen gilt. Die Studie, die Ernährungsdaten aus 149 Ländern von 2000 bis 2019 betrachtet hat, zeigt uns auch, dass Kinder die geringsten Emissionen verursachen. Interessant, nicht wahr?

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Food veröffentlicht und werfen ein Licht auf das Essverhalten der jüngeren Generation. Während sie mehr Fleisch, Milchprodukte und zuckerhaltige Getränke konsumieren als ältere Altersgruppen, ist rotes Fleisch – wie Rind- und Lammfleisch – als besonders klimaschädlich identifiziert worden. Ein Blick auf die über 60-Jährigen bringt zwar einen Anstieg der Emissionen mit sich, doch dieser ist eher demografischen Veränderungen geschuldet als dem Essverhalten selbst. So entfielen zwischen 2000 und 2019 mehr als 25% des weltweiten Emissionsanstiegs auf diese Altersgruppe.

Die Einstellung der Jugend zur Ernährung

Die Entwicklung unserer Gesellschaft hängt ganz entscheidend von der heutigen Jugend ab. Eine aktuelle Umfrage der Universität Göttingen im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung hat knapp 1.500 junge Erwachsene im Alter von 15 bis 29 Jahren zu ihren Einstellungen bezüglich Nachhaltigkeit, Fleischkonsum und Klimawandel befragt. Die Ergebnisse sind beeindruckend: 90 % der Befragten interessieren sich für Ernährungsthemen, und 70 % halten gesunde Ernährung für wichtig. Man könnte fast meinen, dass hier ein Umdenken stattfindet!

Wenn wir uns den Fleischkonsum anschauen, ist es spannend zu sehen, dass 64 % der Befragten omnivor sind, während 24 % sich als flexitarisch und 12 % als fleischlos bezeichnen. Ein Drittel der Flexitarier und Vegetarier hat innerhalb des letzten Jahres umgestellt. Das ist ein Zeichen, dass viele junge Menschen bereit sind, ihren Fleischkonsum zu überdenken. Besonders tierethische Überlegungen scheinen hier eine Rolle zu spielen – 66 % der Teilnehmenden finden die Nutztierhaltung inakzeptabel.

Klimabewusstsein und Ernährung

Ein weiterer interessanter Punkt: 70 % der jungen Erwachsenen sehen den Klimawandel als ernstes Problem. Daher ist es kaum verwunderlich, dass 52 % mehr über die Auswirkungen des Fleischkonsums erfahren möchten. Gleichzeitig fühlen sich aber 24 % unsicher, wie sie sich klimafreundlich ernähren können. Dieser Widerspruch zeigt, wie wichtig eine gute Ernährungsbildung ist – und zwar schon in der Schule! Die jungen Leute fordern mehr Unterstützung von der Politik für klimafreundliche Ernährung und wünschen sich klarere Kennzeichnungen für entsprechende Produkte.

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Der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland liegt bei rund 52 Kilogramm pro Jahr pro Person und übersteigt damit die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Das hat nicht nur Auswirkungen auf unser Klima, sondern auch auf unsere Gesundheit, Böden und Wasser. Die Produktion tierischer Lebensmittel benötigt große Flächen, die vielleicht besser für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden könnten. Hier könnte der Umstieg auf pflanzliche Alternativen eine Lösung sein – auch wenn diese oft weniger Nährstoffe enthalten.

Die junge Generation hat also viel zu bieten, wenn es um den Wandel in der Ernährung geht. Sie ist bereit, Veränderungen anzustoßen und sich für eine nachhaltigere Zukunft einzusetzen. Und während das Thema komplex bleibt, ist eines klar: Die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Genuss und Verantwortung wird auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen.