Heute ist der 6.05.2026, und wir werfen einen Blick auf die Klimabilanz von Coesfeld. Die Stadt ist, wie das Sprichwort sagt, „auf einem guten Weg“, doch sie hat noch einen weiten Weg vor sich, um die ambitionierten Ziele des Bundes und des Landes zu erreichen. Eike Lang von der Gertec Ingenieurgesellschaft hat im Umweltausschuss kürzlich über den Stand der Dinge berichtet. Und ja, es gibt Fortschritte, aber auch einige rote Warnlampen, die aufleuchten sollten.
Die Treibhausgasbilanz von 2021 bis 2023 zeigt, dass Coesfeld den Energieverbrauch im Stadtgebiet um beachtliche 18,5 Prozent gesenkt hat. Auch der CO₂-Ausstoß pro Kopf konnte auf 6,3 Tonnen reduziert werden – das entspricht einem Minus von 21 Prozent und liegt leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Wow, das sind doch mal grüne Zahlen! Aber halt, nicht zu früh freuen: Die Stadt hat zwar interne Klimaziele erreicht, steht aber vor der Herausforderung, die übergeordneten Vorgaben des Kreises, Landes und Bundes einzuhalten. Die lokalen Emissionen sinken einfach nicht schnell genug, um mit den gesetzlichen Klimazielen bis 2045 Schritt zu halten.
Erneuerbare Energien und Herausforderungen
Coesfeld kann sich glücklich schätzen: 233 Prozent seines Strombedarfs werden bereits aus erneuerbaren Quellen, hauptsächlich Windkraft, gedeckt. Das klingt fantastisch! Doch im Wärmesektor stagniert der Fortschritt. Nur 9,1 Prozent der Wärme stammen aus erneuerbaren Quellen, und das ist nicht gerade berauschend. Erdgas hat mit 45 Prozent einen beträchtlichen Anteil am Energieverbrauch privater Haushalte. Hier könnte man fast von einer „Gasfalle“ sprechen – der Ausstieg von fossilen Brennstoffen zieht sich wie Kaugummi.
Besonders auffällig ist der Verkehrssektor, der 35 Prozent des gesamtstädtischen Endenergieverbrauchs ausmacht. Eine signifikante Abkehr von fossilen Kraftstoffen ist hier nicht zu erkennen. Es ist fast schon frustrierend, wenn man bedenkt, dass die Emissionen aus der Viehhaltung dem Ausstoß von rund 5.460 Personen entsprechen! Die Stadtverwaltung hat ähnliche Herausforderungen wie der private Sektor – hoher Erdgasverbrauch in öffentlichen Gebäuden ist da nur das Sahnehäubchen.
Der Weg in die Zukunft
Die kommunalen Einrichtungen machen gerade mal 1,4 Prozent des gesamtstädtischen Energieverbrauchs aus. Da muss noch ganz viel passieren! Die Wärmeemissionen werden nur zu sieben Prozent durch erneuerbare Quellen gedeckt. Hier gibt es Handlungsbedarf, und das ist nicht nur ein leichtes Schütteln des Kopfes wert. Coesfeld profitiert zwar beim Strom von Windkraft, doch die Herausforderungen bei der Wärmeversorgung sind nicht zu ignorieren.
Ein Lichtblick in dieser Situation: Coesfeld und Borken arbeiten im Verbund Emergy zusammen, um eine zukunftsfähige Wärmeplanung zu entwickeln. Beide Städte haben zwar ähnliche Erfolge bei der Stromproduktion, kämpfen jedoch gegen die Abhängigkeit vom Erdgas im Wärmesektor. Ein gemeinsames Ziel, das Hoffnung macht und zeigt, dass man zusammen mehr erreichen kann.
Insgesamt steckt Coesfeld in einem spannenden, aber auch herausfordernden Prozess. Die Fortschritte sind erkennbar, doch der Weg zur Erreichung der Klimaziele verlangt eine kreative und mutige Herangehensweise. Es bleibt abzuwarten, wie die Stadt ihre Strategie anpassen wird, um nicht nur den grünen Zahlen gerecht zu werden, sondern auch die roten Warnlampen zum Erlöschen zu bringen. Die nächsten Schritte werden entscheidend sein – für die Stadt und ihre Bewohner. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass hier noch viel Potenzial schlummert, das nur darauf wartet, geweckt zu werden.